Kommentare

  1. Avatar von openend
    Zitat Zitat von chris feickert
    Hallo Charly,

    d'accord, aber wem - bitteschön - willst Du denn das Preisgeld dann geben? Der vermeintliche Zweite war vermutlich ebenso gedopt, nur eben nicht gut genug zum Zeitpunkt des Wettkampfs.....

    Ich bleibe dabei: Es ist ein Graus und den Sumpf wird man aller Wahrscheinlichket nach nicht trockenlegen können. Einzig die eigene Entscheidung und Haltung zum Thema, können etwas bewirken. Wenn auch nur für einen selbst - einsam und isoliert.....

    Gruss,

    Chris

    PS: Und es wird weiter heftig nachgeholfen und Kohle in Preisgelder gebuttert werden - Brot und Spiele!
    Hallo Chris,

    das Dilemma sehe ich wohl. Allerdings entbindet das nicht von zumindest einem Versuch zu einer mehr in Richtung Fairness gehenden Lösung. Ich weiß jetzt auch nicht, wem man den Preis jetzt zusprechen müßte. Es geht auch nicht nur um den Preis, sondern auch um den entgangenen Gewinn für die fälschlich Unterlegenen.

    Grundsätzlich gilt ja erst einmal die Unschuldsvermutung. So lange jemandem keine Schuld nachgewisen wurde, gilt er als unschuldig und müßte den Preis und eine Entschädigung für den entgangenen Gewinn bekommen.

    Grüßle vom Charly
  2. Avatar von chris feickert
    Hallo Charly,

    d'accord, aber wem - bitteschön - willst Du denn das Preisgeld dann geben? Der vermeintliche Zweite war vermutlich ebenso gedopt, nur eben nicht gut genug zum Zeitpunkt des Wettkampfs.....

    Ich bleibe dabei: Es ist ein Graus und den Sumpf wird man aller Wahrscheinlichket nach nicht trockenlegen können. Einzig die eigene Entscheidung und Haltung zum Thema, können etwas bewirken. Wenn auch nur für einen selbst - einsam und isoliert.....

    Gruss,

    Chris

    PS: Und es wird weiter heftig nachgeholfen und Kohle in Preisgelder gebuttert werden - Brot und Spiele!
  3. Avatar von openend
    Die überführten Dopingsünder müssen auch schadensersatzpflichtig gegenüber denen werden, denen sie unberechtigt einen Titel weggeschnappt haben. Daraus entstehen ja eklatante Nachteile für die Unterlegenen. Es reicht nicht, jemandem nur den Titel abzuerkennen. Er muß auch die Gelder herausrücken, die er unberechtigt durch diesen Teile verdient hat.

    Grüßle vom Charly
  4. Avatar von Franz
    Erstaunlich war ja auch die Aussage von Tyler Hamilton im Aktuellen Sport Studio vor kurzem. Auf die Frage, ob er wisse, ob in anderen Sportarten auch systematisch gedopt würde mit Hilfe von Ärzten, sagte Hamilton nach einigem Zögern: Ja, er wisse von Ärzten, die ihn auch gedopt hätten, daß es auch in anderen Sportarten gang und gäbe wäre, so z.B. im Tennis und im Fußball. Was wir also im Leistungssport beobachten, ist nichts anderes als die Spitze eines Eisberges. Und daß Hamilton da die Omerta, so eine Art Schweigegelübde gebrochen hat, ist schon sehr mutig. Vor dieser schonungslosen Wahrheit schrecken die allermeisten zurück. Die riskieren damit ihre eigene Existenz. Gruß Franz
  5. Avatar von Franz
    Chris, [QUOTE] Denn wo keine Zuschauer sind, da tut sich auch nichts in Punkto Sponsoren und Werbegelder. Das und nur das wird - wenn überhaupt - etwas bewirken können.[/QUOTE] Völlig richtig. Und da sind wir schon bei unserer eigenen Verlogenheit. Wir beklagen Doping und sehen doch gern den Nervenkitzel. Wer wird es schaffen, mit welcher Leistung? Zuschauer wollen das Spektakel, das Spektakuläre. Toni Schumacher offenbarte, daß auch im Fußball gedopt wird. Aus "Anfpiff" wurde gleich nach dem Erscheinen der "Abpfiff" für ihn im Verein als auch in der NM. Das gesamte Umfeld rund um Doping - und das gibt es ja nicht nur im Leistungssport - weit gefehlt, es ist schon längst im Breitensport, bei Joggern weit verbreitet - ist ein einziger Sumpf . Dahinter steht eine ganze Industrie. Das fängt schon mit sog. "isotonischen" Getränken an, wo man den Dummen erzählt, das sei leistungsfördernd. Ich plädiere nur dafür, wenn man schon das alles eh nicht verhindern kann und wird , es freistellt. Sollen sie sich doch kaputtmachen, es liegt in der Eigenverantwortung eines jeden, was er mit seinem Körper anstellt. Nur: Da hört die Solidargemeinschaft dann auf, wenn es um die Schäden geht. Die sollte dann auch jeder selbst tragen. Ich weiß, damit ist ein weiteres Faß aufgemacht, sollen Raucher z.B. jetzt ihre Risikobereitschaft selbst übernehmen? Ich denke, dahin wird es gehen müssen. Gruß Franz
    Aktualisiert: 01.11.2012 um 14:23 von Franz
  6. Avatar von claus B
    Hallo Thorsten,

    Doping generell zu erlauben, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Auch eine Zweiteilung des Sports in verseucht und unverseucht wird niemals klappen, weil die Verseuchten es versuchen werden, im unverseuchten Feld nach oben zu kommen.

    Nein, für mich bleibt es dabei, dass die Strafen für Doping-Sünder entsprechend hoch sein müssen. Lebenslange Sperre bereits nach dem ersten Beweis und Geldstrafen im mindestens fünfstelligen Bereich abhängig vom Bekanntheitsgrad des Sportlers. Zudem müssten nachgewiesene Doping-Ärzte ihre Approbation verlieren und mit entsprechend hohen Geldstrafen belegt werden.
    Genau so sehe ich das auch!

    Gruß

    Claus
  7. Avatar von chris feickert
    Hi Claus,

    wir hatten heute ja schon davon gesprochen. Mit Contador haben sie den Bock zum Gärtner gemacht. Der ist in etwa so sauber, wie Putin ein waschechter Demokrat ist. Und da kann sich jetzt jeder zusammenreimen, was er will.

    Sehr interessant und nachvollziehbar auch der lange Beitrag von unserem Doc Klose. Lieber Raimund, herzlichen Dank für Deine Eingebungen!

    So, und jetzt hätte ich noch einen Vorschlag zum Thema: Was wäre wenn alle die, die normalerweise die Tour de Farce sehen würden, hingingen, und kommendes Jahr 10 Wochen vor Tourbeginn ihr Training aufnähmen, um dann rechtzeitig zum Tourbeginn in der Zeit, in der Stanozolol gegen Epo fährt, selbst in die Pedale zu treten?

    Das träfe die Veranstaltung am ehesten. Denn wo keine Zuschauer sind, da tut sich auch nichts in Punkto Sponsoren und Werbegelder. Das und nur das wird - wenn überhaupt - etwas bewirken können. Aber auch so ist die Hoffnung das letzte, was stirbt und das Thema nicht zu lösen....

    Gruss,

    Chris
  8. Avatar von claus B
    Hallo, das ganze ist doch verlogen und ein Spiegelbild unserer Gesellschaft! Jetzt ist Armstrong der böse Bube,alle ziehen sich von ihn zurück,nur haben das alle Beteiligten vorher schon gewusst! Nicht nur Armstrong hat eine Menge Geld verdient,sondern alle die das Geld gegeben haben,durch ihn auch! Noch toller finde ich,so manch deutschen Kommentar von Verantwortlichen der Sportszene bei uns! Bei uns wurde alles unter den Tisch gegekehrt! Doping legal zu machen ist in meinen Augen grober Unsinn,denn es gibt im Spitzensport auch noch saubere Sportler,die schlicht und einfach betrogen wurden! Jahrelang trainiert und nie eine Chance hatten! Auch ist das Doping ein Millardengeschäft,wenn man nur an die Hobbysportler denkt,die verstärkt so ein Zeug nehmen ohne zu ahnen was sie sich antun. Der Radsport hat halt das Pech,das es so öffensichtlich ist,was dort getrieben wird und als Höhepunkt des ganzen wurde ja gestern die Tour 2013 in FRankreich vorgestellt! Ein Streckenprofil das noch schwerer ist als alle Veranstaltungen davor,denn es ist die hunderste Tour!
    Zur 100. Ausgabe der Tour de France haben sich die Veranstalter folgende Highlights ausgedacht: Die legendären Anstiege zum Mont Ventoux und nach Alpe d'Huez stehen im selben Jahr im Streckenplan, der Anstieg nach Alpe d'Huez sogar 2-mal.
    Das Ding kann man nur mit Mitteln die nicht legal sind überstehen! ich zitiere hier mal die Süddeutsche Zeitung
    48 Stunden später stellte in Paris Christian Prudhomme die 100. Frankreich-Rundfahrt vor. Der Tour-Direktor leitete die Präsentation mit einem zeitgemäß flammenden Anti-Doping-Appell ein. Anschließend enthüllte er eine Jubiläumsstrecke, die spektakulärer und körperlich noch anstrengender ist als alle Rennen zuvor. Das Signal ist deutlich: Es hat sich nichts geändert durch den historischen Sündenfall in dieser Kommerzsport-Branche. So trägt das neue Programm Züge einer Realsatire: Gleich zweimal müssen die Radprofis auf der 18. Etappe der Tour 2013 hinauf nach L'Alpe d'Huez. Am französischen Nationalfeiertag wartet der Mont Ventoux. Das größte Kraft- und Ausdauerspektakel des Sports beginnt auf Korsika, das rauschende Finale bildet eine Flutlicht-Sause über die Champs-Élysées. Insgesamt vier Bergankünfte sind vom 29. Juni bis 21. Juli zu bewältigen; zwei Einzelzeitfahren führen über zusammen 65 Kilometer. Dies phänomenale Programm soll offenbar auf der neuen Energiebasis von Wasser, Wurst und Weißbrot erreicht werden. Prudhomme, so wird von der feierlichen Tour-Präsentation berichtet, sei eine mitreißende Rede zum Thema Pharmabetrug gelungen: Manager, Sportdirektoren und Ärzte der Rennteams hätten "die Schlüssel gegen Doping in der Hand, sie müssen der Schutzwall sein". Ein insofern bedeutsamer Hinweis, als er die Idee lanciert, die Füchse seien am besten zur Bewachung des Hühnerstalls geeignet. Nicht nur aus tausend Seiten Beweismaterial der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada gegen Armstrong, aus allen großen Fällen der letzten Jahrzehnte geht hervor, dass es oft Teammanager und Sportärzte waren, die fleißig Gebrauch gemacht hatten von den Doping-Schlüsseln in ihren Händen - zum Öffnen der Arzneimittel-Schränke. Die Branche setzt ganz offenkundig auf das alte Erfolgsrezept - dass das Publikum schneller vergisst, als der Texaner einst die Tour radelte. Um den Verdrängungsprozess zu beschleunigen, soll nun der Name Armstrong in L'Alpe d'Huez verbannt werden. Der Bürgermeister des Alpensprengels will das Metallschild in der 21. Straßenkehre wieder abmontieren, das den Namen des Sünders trägt. Jeder der 27 Tagessieger in L'Alpe
    Gruß Claus
    Aktualisiert: 25.10.2012 um 12:09 von claus B
  9. Avatar von Franz
    [QUOTE]Zudem müssten nachgewiesene Doping-Ärzte ihre Approbation verlieren und mit entsprechend hohen Geldstrafen belegt werden.
    [/QUOTE]

    Was wurde denn aus den beiden Sportmedizinern, die Dopinghilfe im Fall von Jan Ulrich geleistet haben? Ein Strafbefehl zur Zahlung von 90 Tagessätzen wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz wurde akzeptiert, damit ist das Verfahren beendet.So sieht das aus. Das zahlen die sauberen Weißkittel doch aus der Porto-Sponsor-Kasse.Ich lach mich doch schief, wenn ich sowas lese. Da würde nur helfen: Knast + Verlust der Approbation. Alles andere ist doch nicht wirklich abschreckend.

    Ich sag euch mal was: Vor 2 Jahren ist ein Penner in`s Gefängnis gewandert, weil er einem verdeckt ermittelnden Polizisten in recht rüder Sprache um eine Zigarette angegangen ist. So sieht`s aus in Deutschland.

    Das noch zu Moral und Realität.

    Gruß
    Franz
  10. Avatar von beamter77
    Zitat Zitat von chris feickert
    Es ist und bleibt wie im alten Rom - Lasset die Gladiatoren kämpfen! Brot und Spiele.
    Warum soll es heute und in 1000 Jahren anders sein ?
    Lance hat über einen langen Zeitraum gedopt.
    Ich bitte um Zusendung der Tomaten,
    die auf den Augen der Verantwortlichen geruht haben.

    Es ist wie vor 2000 und in 1000 Jahren.
    Was soll`s ?
  11. Avatar von cptn. sparrow
    Sorry, aber glaubt ihr wirklich noch an den Weihnachtsmann? Doping wird es geben, so lange man mit Sport das große Geld verdienen kann. Sprich, die Katze beißt sich selbst in den Schwanz. Will ich eine große Nummer werden, muss ich mich gegen Konkurrenten durchsetzen. Schaffe ich das nicht aus eigener Kraft, setze ich Hilfsmittel ein. Der Konkurrent will aber auch besser sein. Also macht er das Gleiche. Macht man es nicht, kommt man auch nicht ins Rampenlicht.

    Es ist doch utopisch zu glauben, dass hier in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden wird. Wenn ich mir Sport im Fernsehen ansehe, dann interessieren mich Siege und Niederlagen. Klar, der Sport als solches mag auch interessant sein, aber das Dabeisein ist doch schon lange nicht mehr das, was zählt. Einen Lance Armstrong würde doch keine Schwein kennen, wenn er bei den sieben Touren jeweils einen Platz zwischen Nr. 154 und 220 ergattert hätte. Machen wir uns doch nichts vor. Um eine solche Tor"tour" von ca. 3.500 km mit diesen extremen Höhenprofilen überhaupt durchstehen zu können, muss man schon was genommen haben. Wie soll man das Ding dann also auch noch clean gewinnen können? Jan Ulrich hat die Titel vermutlich genau so wenig verdient, wie Lance Armstrong. Die Tour sollte komplett ohne Titel gefahren werden. Problem: das wäre ihr sicheres Ende.

    Doping generell zu erlauben, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Auch eine Zweiteilung des Sports in verseucht und unverseucht wird niemals klappen, weil die Verseuchten es versuchen werden, im unverseuchten Feld nach oben zu kommen.

    Nein, für mich bleibt es dabei, dass die Strafen für Doping-Sünder entsprechend hoch sein müssen. Lebenslange Sperre bereits nach dem ersten Beweis und Geldstrafen im mindestens fünfstelligen Bereich abhängig vom Bekanntheitsgrad des Sportlers. Zudem müssten nachgewiesene Doping-Ärzte ihre Approbation verlieren und mit entsprechend hohen Geldstrafen belegt werden.

    Gruß,

    Thorsten
  12. Avatar von Raimund K.
    Hallo,

    melde mich auch mal wieder. Die von Chris angesprochene Verlogenheit findet man ja überall, nicht nur im Spitzensport. Richtig ist auch, dass wir in den allermeisten Fällen Spitzenleistungen sehr schnell revidieren, speziell
    im Hinblick auf die eigenen Fähigkeiten.

    Wenn nun im Bereich des Spitzensportes oder generell zur Überschreitung der physischen oder psychischen Grenzen in welcher Form auch immer gedopt wird, auch wenn dieses erlaubt und öffentlich wäre, so würde sich nach meiner Auffassung die Dunkelziffer derer, die weiterhin behaupten nicht zu dopen, aber selbiges trotzdem tun, kaum verändern. Dieses allein aus dem Grund heraus, dass wie Franz schrieb nur der Erfolg zählt, egal wo.

    Die tatsächlichen Konsequenzen sind in ihrer gesamten Tragweite nur von wenigen vollständig zu überblicken. Auch hat heute ein jeder die Möglichkeit Raubbau mit seinem Körper und/oder mit seiner Gesundheit zu betreiben, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Mittel ist Legion. Spricht man mit den Betroffenen verhält es sich genauso wie mit der Diskussion über Umweltverschmutzung, Klimawandel usw., getreu dem Motto was kümmert´s mich, was mit anderen Worten ja nur aussagt, dass man hier keine Verantwortung (ob aus Unwissenheit oder aus Ignoranz) übernehmen will. Es geht aber auch um die Folgen derartiger Verhaltensweisen, nicht nur um die Folgen für den eigenen Körper, sondern um die Folgen für die Allgemeinheit oder unserer Gesellschaft.

    Übertrage ich die Vorstellung der Zweiteilung im (Spitzen) Sport auf andere Bereiche (nein, keine Diskussion über Politik...), so werden sich dafür genau wie heute Befürworter wie auch Gegner finden. Müßig zu erklären, welcher Fraktion ich mein Interesse zuwenden würde. Auch die angesprochenen Sponsoren wird man in allen Bereichen wiederfinden, es geht ja auch um was...... Ehrenerklärungen wie sie von Chris angedacht sind und die daraus resultierenden strengen Kontrollen werden aber wie eh und je umgangen werden, womit wir wieder bei der von Chris angesprochenen Verlogenheit wären.

    Nur die Spitze des Eisberges wird öffentlich, der Rest versinkt im Dunkel. Franz hat absolut Recht mit Seiner Aussage, dass wir von all diesen Bewertungen wie Medallienspiegeln und Nationenwertungen zur Bewertung der Einzelleistung kommen müssen. Dafür bedarf es aber einer speziellen Voraussetzung, es bedarf einer veränderten Sichtweise. Lasst es mich mal am Beispiel Golfspiel darstellen.
    Hier treten mindestens zwei Spieler oder zwei Mannschaften gegeneinander an, was zwangsläufig dazu führt, dass am es Ende des Spieles Gewinner und Unterlegene geben wird. Das führt manchmal dazu, dass die beteilgten Spieler in Momenten, in denen Sie vermeindlich unbeobachtet sind, den Ball besser legen um das Schlagrisiko zu minimieren, oder ein nicht auffindbarer Ball plötzlich wieder auftaucht, weil eine Hosentasche ein Loch hat, ein......
    Dieses lässt sich beliebig fortsetzen. Im Klartext heißt das hier wird nicht gedopt, sondern betrogen und unehrlich gespielt um den Erfolg davon zu tragen. Also doch wie in der Politik

    Man kann dieses Spiel aber auch so betrachten, dass jeder für sich nur gegen sich selbst antritt, vielleicht in dem Anspruch, sich in seinem Spiel zu verbessern, in der Erkenntnis, dass man hier nur sich selbst betrügen kann.

    Zitat Franz: Hin zum Wertschätzen einer individuellen Leistung, ganz gleich, ob sie auf das Siegerpodest führt. Dazu braucht es mehr Beachtung und Würdigung in den Medien. Auch Niederlagen kultivieren, man muß den Menschen selbst hinter einer Leistung wieder wertschätzen und erkennen können.

    Voraussetzung hierfür ist aber das Erkennen des eigenen Ego. Will ich um jeden Preis auf der Gewinnerseite sein, will ich immer nur Erfolg?! Gewinnt die Gewinnerseite wirklich, oder verliert sie in Wirklichkeit?
    Bin ich in meiner eigenen Persönlichkeit so gefestigt, dass ich es mir erlaube (n kann) im landläufigen Sinne zu verlieren? Kann ich diese Frage mit ja beantworten, dann kann ich dorthin kommen, dass ich die o.g.
    Wertschätzung einer individuellen Leistung mit einem höheren Stellenwert versehen kann, als den vermeindlichen Erfolg.

    Allerdings bezweifele ich dieses bei großen Teilen unserer Gesellschaft, andersrum ist´s einfacher, als mit etwas mehr Zivilcourage und der von Chris angesprochenen Moral. Zur Realität fällt mir nur folgendes ein:

    "Realität ist eine Illusion, die durch den Entzug von Alkohol zustande kommt"


    Gute Nacht
    Raimund
  13. Avatar von chris feickert
    Hallo Franz,

    eben deshalb 100% ACK. Es ist und bleibt wie im alten Rom - Lasset die Galdiatoren kämpfen! Brot und Spiele.

    Gruß,

    Chris
  14. Avatar von Franz
    Chris, dein blog dazu spricht mir geradezu aus der Seele. Ich bewerte das ganz genau so wie du. Ich gebe aber auch zu bedenken, daß mit der Freigabe des Dopings - wofür ich wirklich bin - die Vorbildfunktion sportlichen Treibens dahin ist. Denn für die allermeisten und besonders die Medien zählt nur der Erfolg. Und wer oben dabei sein will, der muß dopen, anders kommt der da gar nicht mehr hin. Und die Sponsoren lieben nun mal den Erfolg, der allein garantiert Umsatz. Daß sie jetzt im Fall Armstrong nach und nach abspringen heißt nur, daß sie Schadensbegrenzung wollen. Um Ehrlichkeit geht es denen nicht.

    Wie sollen dann künftig Olympische Spiele aussehen? Wie soll man denn nichtdopende Sportler dann überhaupt noch wahrnehmen?

    Wir müssen weg von der Erfolgsgeilheit, weg von den Medaillenspiegel, weg von Nationenwertungen. Hin zum Wertschätzen einer individuellen Leistung, ganz gleich, ob sie auf das Siegerpodest führt. Dazu braucht es mehr Beachtung und Würdigung in den Medien. Auch Niederlagen kultivieren, man muß den Menschen selbst hinter einer Leistung wieder wertschätzen und erkennen können.

    Fromme Wünsche sind das. Sie werden Vision bleiben, denn steckt in uns allen nicht auch die Lust zu siegen? Sehen wir noch die Achtplatzierten? Was sind sie uns wert? Was der Sportförderung?

    Der Leistungssport ist insgesamt eine Hure. Und seien wir ehrlich: Auch wir gieren nach Rekorden und Bestleistungen. Ohne uns Zuschauer gäbe es all die Perversionen nicht. Man kann die Zeit nicht mehr zurückdrehen. Und wie sagt einst Bert Brecht: Das Fressen kommt vor der Moral. Traurig, aber wahr.

    Gruß
    Franz
  15. Avatar von MrFloyd
    Hallo,
    wir werden es wohl so hinnehmen müssen wie es zur Zeit ist. So richtig kommt man an die Sache wohl noch nicht ran.

    Gruß
    Ralf
  16. Avatar von chris feickert
    Moin Ralf,

    das ist es ja eben, was ich versuche auszudrücken. Der Sumpf ist quasi nicht trockenzulegen und es wird immer jemanden geben, der um des "Ruhmes" willen und des Geldes wegen auf Doping setzen wird. Und noch etwas: Betrug gibt es seit Menschengedenken und wird sogar aktiv im Tierreich immer wieder angewandt. Somit ist alleinig schon der Versuch, Doping zu verhindern, oder durch Strafen zu unterbinden, zum Scheitern verurteilt.

    Traurig aber wahr. Und vor allem traurig, dass die ehrlichen immer im Nachteil sein werden. Denn auch einem Jan Ulrich glaube ich kein Wort, wie quasi allen Spitzenfahrern im Radsportbereich. Denn jeder weiß, welche Vorteile er durch Doping in diesem Bereich hat und daß er - gesetzt den Fall er bleibt sauber - sowieso immer nur hinterher fahren wird...

    Gruß,

    Chris
  17. Avatar von MrFloyd
    Hallo,
    dieses Thema ist so schwer zu Handhaben oder fast gar nicht. Auch wenn Du es in 2 Klassen teilst, in Doper und nicht Doper, wirst Du fast nie herausbekommen ob ein Nicht Doper dann doch Gedopt hat.
    Was mit Armstrong passiert ist nun völlig richtig, man sollte jeden nachträglich alle Titel aberkennen wenn man ihn nachträglich überführt. Das sollte für alle anderen schon mal ein Denkanstoß sein.

    Gruß
    Ralf