Bruce macht sich Gedanken ...

Die Elektromobilitätslüge

Bewerten
Morjen! Angesichts der Benzinpreise ist allerorten das Elektromobil als Alternative zum Verbrennungsmotor im Gespräch. Die deutsche Automobilindustrie unternimmt große Anstrengungen, um den Entwicklungsvorsprung der Japaner und man höre und staune der Chinesen aufzuholen.

Nur, was ist dran an dem Elektroauto? Hybridautos bedienen sich zweier Antriebe. D.h. man schleppt gleich die doppelte Last mit sich rum, um ein paar Kilometer emissionsfrei fahren zu können. Der einzige energietechnische Vorteil dieser Technologie ist die Rückgewinnung von Bremsenergie, die in Form von chemischer Energie (Akkus) gespeichert wird. Alles andere spart keine Energie, sondern im Gegenteil, es verschwendet sie. Dementsprechend sind die Verbräuche auch nur im unrealistischen Drittelmix geringer als bei Benzin oder gar Dieselmotoren. In der täglichen Praxis stellt sich kein, oder gemessen an den Nachteilen ein nur geringer Verbrauchsvorteil ein.

Was sind nun die Nachteile dieser Technologie? Ich hab´s schon angesprochen, man schleppt die doppelte Last mit sich rum. Ein Elektromotor und ein gewaltiges Batteriepack wiegen nicht unwesentlich. Dieses Batteriepack ist das eigentliche Kernproblem. Zum heutigen Stand kann es einfach nicht genug Energie speichern und besteht noch dazu aus seltenen und darüber hinaus auch hochgiftigen Stoffen, wie Lithium. Einer weiten Verbreitung von solchen Lösungen steht alleine schon der begrenzte Lithiumvorrat entgegen. Am Ende der Lebenszeit solcher Akkus müssen diese auch aufwändig recycelt werden. Darüber hinaus ist Lithium hochreaktiv, was bei Unfällen ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellt.
Bei reinen Elektroautos, ohne zusätzlichen Verbrennungsmotor, stellt sich die Frage der Reichweite und der Haltbarkeit solcher Lösungen.

Aber grundsätzlich muss man bei solchen Dingen das Gesamtsystem betrachten. In Kalifornien, wo der Strom zu einem beträchtlichen Anteil aus AKWs kommt, mag der Nutzen von E-Autos zum Klimaschutz beitragen. In Deutschland tut es das nicht. Es verlagert das Problem nur zu den überwiegend klimaschädlichen Kraftwerken. Deswegen werden ja auch Stimmen laut, man könne mit dem Ökostrom, der fallweise ansteht, gut eine Flotte von E-Autos aufladen. Das stimmt zwar, die systeminhärenten Nachteile der begrenzten Speicherfähigkeit elektrischer Energie in Akkumulatoren, das hohe Gewicht, die begrenzte Verfügbarkeit der Rohstoffe und deren Sicherheitsproblematik bleiben aber bestehen.

Der Elektromotor ist grundsätzlich der viel elegantere Antrieb für ein Mobil als ein Verbrennungsmotor. Ein Verbrennungsmotor hat aber dagegen einen wesentlichen Vorteil: der Energiegehalt und die Lagerfähigkeit seiner Treibstoffe. Nun ist Benzin ja wie wir alle aus leidvoller Erfahrung wissen, zum Luxusartikel mutiert und hat nebenbei ganz unangenehme umwelt- und außenpolitische Nebenwirkungen. Ein Ausweg aus dieser Misere wäre m.E. Gas.

Die Windgastechnologie (bzw. die Elektrolyse auch bei sonstigen erneuerbaren Energien) würde einen universellen Brennstoff erzeugen, der sowohl bei Automobilen, als auch bei Kraftwerken und zum Heizen verwendet werden kann und zudem CO2 neutral ist. Erdgasfahrzeuge sind seit Jahren bewährt, das Gasnetz ist überall verfügbar und stellt gigantische Speicherkapazitäten zur Verfügung.

M.E. wäre es also sinnvoller, die Automobiltechnologie auf diese Energiegrundlage auszurichten, als erneut jemandem hinterher zu laufen, um Kompetenz in einer zweitklassigen Technologie aufzubauen.

Eventuell wäre die Brennstoffzelle die Schnittstelle zwischen beiden Welten, da kenne ich mich nicht ausreichend mit aus; jedenfalls auf Basis der momentan zur Verfügung stehenden Akkumulatoren sind Elektroautos alles andere als eine umweltschonende Alternative für die Masse an Autofahrern. Allenfalls als Nischen- oder Speziallösung halte ich sie für angebracht.

Wie seht ihr das?

"Die Elektromobilitätslüge" bei Twitter speichern "Die Elektromobilitätslüge" bei Facebook speichern "Die Elektromobilitätslüge" bei Mister Wong speichern "Die Elektromobilitätslüge" bei YiGG.de speichern

Aktualisiert: 05.04.2012 um 11:19 von Bruce

Kategorien
Kategorielos

Kommentare

  1. Avatar von Plüschus
    Ich halte die Hybridtechnik auch für völlig unsinnig. Sie erhöht das Fahrzeugewicht sehr . Man schaue sich nur einmal den neuen Audi A8 Hybrid an. Sehr viel zusätzliche aufwändige Technik ohne wirklichen Nutzen. Auf spon ist ein Fahrbericht zu lesen. Die Speicherkapazität des Lithium Ionen Akkus beträgt gerade einmal 1,3 Kilowattstunden entsprechend gerade mal 0,1 l Benzin . Das muß man nicht weiter kommentieren .................. Solange man keine leichte, leistungsfähige und bezahlbare Akkus zur Verfügung hat, ist der E-Antrieb m.M. nicht sinnvoll. Die uralte Erkenntnis, daß mehr Leistung auch mehr Treibstoff erfordert, wenn sie abgerufen wird zu beherzigen wäre sinnvoller. Downsizing der Motoren, Leistung auf ein sinnvolles Niveau begrenzen ( 100 PS für ein 1,0 Tonnen schweres Fahrzeug sind mehr als ausreichend) , Fahrzeuge leichter bauen statt sie immer schwerer werden lassen, Höchstgeschwindigkeiten fahrzeugseitig begrenzen, schaffen ein sehr großes Einsparpotential mit der aktuellen Technik ohne Komfort und Fahrspaßverlust.
    Aktualisiert: 05.04.2012 um 20:48 von Plüschus
  2. Avatar von Sir Tom
    Es hat schon seinen Grund waren Daimler diese Technologie als wenig zielführend abgeschrieben hatte - aber die Medien haben mit wenig Verstand und Sachkenntnis, aber viel Pathos und Betroffenheit E-Mobilität und Hybridtechnik als Gral der Mobilität gepusht. Und die Politik fällt darauf rein.... Möcht mal wissen, wieviel CO2 und andere Schadstoffe bei der PRODUKT''ION eines E-Mobils anfallen??? Von dem Batterieproblem mal ganz zu schweigen; alle Akku betriebene Geräte gaben hier kurz über lang (eher kurz) ihren Geist auf.
  3. Avatar von Sir Tom
    P,S.; Schmalere Reifen schonen den Geldbeutel, erhöhen den Komfort, sparen Kohle durch weniger Verbrauch (bei mir bis zu einem Liter/100km) und helfen der Umwelt....
  4. Avatar von Franz
    [QUOTE]Wie seht ihr das? [/QUOTE]

    Ganz einfach: Mein nächstes Auto wird ein Elektroauto werden. Ich halte die Technik keinesfalls für zweitklasig, sondern erstklassig. Es wird noch ca 10 Jahre dauern, bis die Akku-Technik und insbesondere die Infrastruktur dafür aufgebaut ist.
  5. Avatar von Sir Tom
    Da Du ja Deinen Audi noch über 10 Jahre durch die Landschaft jagen wirst, haste ja noch Zeit mit Deiner Entscheidung... In zehn Jahren wird sicher viel passieren.
  6. Avatar von Franz
    Ja, das denke ich auch. Mein jetziger Audi-Diesel wird hoffentlich noch einige Jährchen halten, bin sehr zufrieden damit. Aber für die Zeit danach werde ich auf Strom setzen, zumindest ist das meine jetzige Einschätzung.
  7. Avatar von MrFloyd
    Schmale Reifen, habe ich, es sind 155. Ps habe ich nicht, nur 60. Verbrauch auf der Autobahn, etwa so 4L, in der Stadt etwa so 5L. Ab 2014 darf ich nicht mehr fahren wegen gelber Plakette. Ich werde dann einen Ferrari holen der sich 20L auf 100 rein tut und eine grüne Plakette hat.
    Elektro-Hybrid kommt mir nicht ins Haus, das nächste wird wohl einen zusätzlichen Gastank haben. Ich glaube das ist erst mal eine gute Alternative.
  8. Avatar von Bruce
    das nächste wird wohl einen zusätzlichen Gastank haben. Ich glaube das ist erst mal eine gute Alternative.
    Jepp, bei den jetzigen Benzinpreisen zeige ich noch eine gewisse Gelassenheit an der Tanke für LPG. Obwohl ich auch schon mal 20 Cent/l billiger getankt hab.

Trackbacks