Bruce macht sich Gedanken ...

Gebühren und Abgaben!

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Nein, auch dieser Blogbeitrag widmet sich nicht der GEZ. Die GEZ sollte nicht mit Blogbeiträgen bekämpft werden, sondern mit Ninjakämpfern, SEK, GSG9 und den Navy Seals … so viel dazu.

Was mich aktuell diesen Beitrag schreiben lässt, ist die Zusendung des Abgabenbescheids meiner Heimatgemeinde, die mir mitteilt, dass auf Beschluss vom Soundsovielten die Gebühren zur Oberflächenwasserentsorgung um einen Betrag X rückwirkend erhöht worden sind, und diese Erhöhung bitteschön nun von mir zu bezahlen sei.
Dazu ist zu wissen, dass der EVS (Entsorgungsverband Saar), der für die Abwasserentsorgung und Abfallentsorgung im Saarland zuständig ist, erst letztes Jahr mit der Umstellung der Hausabfallentsorgung auf Abrechnung nach Anzahl der Leerungen tüchtig auf die Nase gefallen ist, aber das ist ein anderes Thema. Obwohl es auf das Selbe hinausläuft: Abzocke des Kunden.

Als Verbraucher ist man genötigt, seinen Müll und seine Abwässer über diesen Verband entsorgen zu lassen, es gibt keinen Weg aus dieser Abhängigkeit. Ich sehe auch völlig ein, dass es der Natur und der Gesundheit dienlich ist, eine funktionierende Entsorgung dieser Stoffe zu haben und bin mit der technischen Leistung auch überaus zufrieden.
Was ich aber nicht einsehe, ist die Verarsche von Kunden. Erstens ist die rückwirkende Erhöhung von Gebühren schon eine Sauerei an sich. Zweitens lese ich regelmäßig über die Klagen der Kanalbetreiber, dass die Sparsamkeit der Verbraucher mit Wasser zu argen Problemen im Kanalsystem führt, weil dieses nicht mehr genügend gespült wird.

Ich bin angesichts der Tatsache, dass ich für die Einleitung sauberen Regenwassers ins Kanalsystem, das die Abwässer verdünnt und für genau diese Spülung sorgt, die so schmerzlich vermisst wird, auch noch bezahlen soll, schon ziemlich sauer. Wobei ich verstehen kann, dass für Regenwassermassen ja auch Rückhaltevolumen geschaffen werden müssen. Die sind aber vorhanden. Anyway, ich kann einerseits nicht über den Verbraucher klagen, der angesichts immer teurer werdender Abwassergebühren Wasser spart, und andererseits dieses offensichtlich finanzielle Loch durch die Erhöhung anderer Gebühren zu stopfen versuchen, und dann ausgerechnet jener Gebühren für „Leistungen“, die eigentlich gar keine sind.

Dass diese Oberflächenwassergebühren keinerlei Leistung zu Grunde liegen, sieht man schon an der Tatsache, dass es sie früher gar nicht gab. Würde ich nicht so wohnen wie ich wohne, würde ich sämtliche Einleitung von Oberflächenwasser ins Kanalsystem unterbinden und die Suppe in meinem Garten versickern lassen. Aber das ist leider keine Option. Ich frag mich allen Ernstes, ob das Land, die Stadt oder der Bund für Oberflächenwasser aus kommunalen oder Bundesflächen (Straßen und Plätze), die ins Kanalsystem geleitet werden, auch gebührenpflichtig sind. Lege ich die Kosten für meine bescheidenen Flächen zu Grunde, könnte man dann die Müllautos der EVS wahrscheinlich bei Ferrari bestellen. Wie ist das bei Euch?

Müsst ihr für die Lieferung sauberen Regenwassers ins Kanalsystem auch blechen?

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Kommentare

  1. Avatar von Sir Tom
    Das ist wieder einmal ein Beispiel für deutsche Gründlichkeit beim Überregulieren und Abkassieren... Wenn sich mein Gehalt so schnell erhöhen würde wie die städtischen Gebühren, dann könnte ich mir das eine oder andere Schätzchen aus der Portokasse leisten....

    Irgendeine Pappnase (aus Hessen), so unser Stadt, habe geklagt und vor Gericht Recht bekommen, deshalb müsse ein Regenwasserfaktor künftig eingerechnet werden, natürlich kostenneutral... Interessanterweise heißt kostenneutral in SHA, dass die Eigenheimbesitzer, trotz Garten, trotz Rasensteine kräftig drauflegen.... Ach so, ich hab noch überhaupt keinen getroffen, der weniger zahlen muss - ein Schelm, wer Böses denkt!
  2. Avatar von MrFloyd
    Ja das Niederschlagswasser muss auch ich bezahlen. Nach m² und es wird jedes Jahr teurer.
    Aber Du bringst mich auf eine Idee. Da ich ja Niederschlagswasser einleite und dadurch die Kanäle gespült werden, werde ich für das von mir eingeleitete Wasser eine Gebühr erheben. Ansonsten werde ich das Wasser in meinen Garten leiten und es dort versickern lassen.
    Mal schauen was die sagen!!!

    Gruß
    Ralf
  3. Avatar von Bruce
    Zitat Zitat von Sir Tom
    Das ist wieder einmal ein Beispiel für deutsche Gründlichkeit beim Überregulieren und Abkassieren...
    Jepp! Ein weiteres Körnchen aus dem schier unendlichen Füllnapf staatlich bzw. komunaler Abzocke. Wer gebaut hat, weiß welche Gebühren, Steuern, Sonderabgaben und völlig blödsinnige Vorschriften sich der Gesetzgeber einfallen lassen hat, um dem braven Mann sein Geld aus der Tasche zu ziehen. Was beispielsweise der an sich ehrbare Berufsstand "Vermesser" bei der Erstellung eine 1 FH an Gebühren verlangt (im Bezug auf die erbrachte Leistung), lässt die Mädels auf St. Pauli wie Dumpinganbieter aussehen.

    Es ist ein Jammer.

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