• Django - unchained von Quentin Tarantino

    Endlich wieder ein neuer Tarantino! Der Django Mythos wird zum Fanal des Skalvenaufstands gewandelt.

    Anhang 8709

    Ein brillanter Film mit hervorragenden Darstellern! Dr. Shulz (Christoph Waltz), ein Zahnarzt aus Düsseldorf, befreit Django (Jamie Fox) aus den Händen von Sklavenhändler, nicht ohne Eigennutz, denn Shulz - ein Kopfgeldjäger - braucht Django, um die Mitglieder einer gesuchten Verbrecherband zu identifizieren... Im Laufe der Zeit wandelt sich allerdings das Verhältnis von Shulz zu Django, eine Freundschaft zwischen Weiß und Schwarz entsteht. Und Shulz beteiligt sich an Djangos Suche nach seiner Frau, die getrennt von ihm verkauft wurde...

    Tarentino vermischt das Genre des Italowesterns mit dem Motiv des Rächers und der historischen Darstellung der Sklaverei in den Südstaaten der USA. Wie gewohnt ist auch dieser Tatention Film sehr blutrünstig, selten wurden die brutalen Seiten der Sklaverei so wenig beschönigend gezeigt, verstörend die Ästhetik des Todes, des Kampfes, des Blutes. Anklänge an Karl May finden sich bei der Figur des Doktor Shulz und auch die Siegfried Sage in der nordischen Erzähltradition haben Tarentino beeinflußt.

    Der Film ist spannend, an manchen Stellen verstörend brutal (aber wie sollte man die Unmenschlichkeit der Sklavenhalter auch anders darstellen ohne sie zu beschönigen?!); die Leistung der Darsteller beeindruckend - mein persönlich Liebling dabei Christoph Waltz, aber auch Jamie Fox oder Leonardo DiCaprio sind hervorragend, letztere in der Rolle des perversen Fieslings.

    Auch die Djangolegende Franco Nero und der Regisseur Tarantino sind in Nebenrollen gegenwärtig. Meine Empfehlung: REINGEHEN!
    Kommentare 49 Kommentare
    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -


      Der Filmtrailer
    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -
      Noch ein Trailer...

    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -
      Ein Interview des Regisseurs findet sich bei Spiegel Online...

      http://www.spiegel.de/kultur/kino/in...-a-878318.html
    1. Avatar von claus B
      claus B -
      Hi Sir,

      mein Junior hat den Film schon gesehen und ist absolut begeistert!


      Gruß

      Claus
    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -
      Wir haben gestern auch einen Männerfilmabend gemacht und noch zwei Freunde meiner Jungs mteingepackt, alle waren restlos begeistert!
    1. Avatar von MrFloyd
      MrFloyd -
      Hallo,
      ich muss solche Filme nicht mehr haben. Brutalität und Blut gibt es mittlerweile schon im richtigen Leben zu viel.
      Brauche ich nicht, auch wenn Christoph Waltz noch so gut ist.
      Gruß
      Ralf
    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -
      Ich sach mal so, wer Tarantino kennt, weiß wie er Gewalt inszeniert. Nie aufgesetzt, ästhetisch, durchaus verstörend... aber besonders hier sehr eindrucksvoll und passend zum Thema. Ist aber keinesfalls ein Krawallfilm oder eine Prügelorgie.
    1. Avatar von Franz
      Franz -
      Mich interessiert der Film wenig bis gar nicht. Das, was ich von Tarantino im Spiegel-Interview gelesen habe, gefällt mir auch nicht. Wenn ich da lese:

      Aber natürlich habe ich ja auch einen Spaghetti-Western gedreht, und Surrealismus gehört nun einmal dazu. Damit spiele ich eben ein bisschen. Ihnen ist zum Beispiel bestimmt aufgefallen, dass die Wunden sehr realistisch aussehen, wenn die Bösen losballern. Aber wenn Django feuert, explodiert das Fleisch und die Blutfontänen schießen. Seine Kugeln sind eben rechtschaffen!
      hab ich schon keine Lust mehr, mir diesen Film überhaupt anschauen zu wollen. Dieer ganze blutrünstige Kram verstört mich, ich seh schon genügend Blut in der Tagesschau.

      Die Geschichte der Sklaverei kann man auch historisch anders aufarbeiten - wenn das überhaupt das Ziel des Regisseurs gewesen sein sollte. Für mich sieht es eher so aus, als ob mit der Darstellung nur Kohle gemacht werden soll. Ja, sowas zieht dann, er wird auch vielleicht einen "oscar" dafür bekommen.

      Gruß
      Franz
    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -
      Ne, diese Kritik wird dem Film keinesfalls gerecht; Tarantino ist sehr erfolgreich als Regisseur, aber kein Künstler, dem es vordringlich um das schnelle Geld geht. Gewalt ist bei ihm ästhetisch überhöht, aber keinesfalls beschönigend oder gar als billiger Effekt vorhanden. Hier das Urteil der Süddeutschen:

      Von schwer zu ertragender Brutalität, aber nicht so grausam wie die Realität der Sklaverei: Quentin Tarantino betreibt filmischen Exorzismus mit seinem "Django Unchained" und jagt den Typus "white American male" in die Luft.Von Tobias Kniebe

      Etwa in der Mitte des Films wird ein entflohener, wieder eingefangener Sklave seinem Besitzer vorgeführt. Er hat fünfhundert Dollar gekostet, er hört auf den Namen D'Artagnan, jetzt ist er halb blind, voller Wunden und Narben, und bettelt um sein Leben. Die Sklavenjäger, die ihn aufgespürt haben, führen drei riesige, geifernde Hunde mit. Die Leithündin heißt Marsha. Der Sklavenbesitzer hält eine kleine Ansprache, warum er als Geschäftsmann jetzt eindeutige, auch abschreckende Maßnahmen ergreifen muss. "Lassen Sie Marsha und ihre Bitches los", sagt er dann. "Schicken Sie ihn in den Niggerhimmel."
      Und so geschieht es. Ein Mensch, der in der Ökonomie der Sklaverei nichts mehr wert ist, wird von deutschen Schäferhunden zerfleischt. Wie das eben so passiert, wenn man einen Filmemacher wie Quentin Tarantino, der seine künstlerischen Medien in Wort, Bild und Gewalt findet, auf das Thema Sklaverei loslässt. Und wie es, niemand leugnet das, im alten Süden der USA reale historische Praxis war. Noch grausamere Dinge sind dort täglich geschehen.
      In der Tat, muss man also sagen, ist "Django Unchained" ein Film voll schwer zu ertragender, manchmal fast lachhaft überzeichneter Brutalität.

      [...]

      Man kann eine solche Phantasiestory ablehnen, gerade bei diesem Thema, und den Film gar nicht ansehen. Wie der schwarze Filmemacher Spike Lee der damit Respekt gegenüber seinen Vorfahren ausdrücken will. Man kann die Gewalt darin verurteilen. Und doch muss man festhalten: Der Film ist nicht annähernd so gewalttätig wie die Zeit, in der er spielt. Es beginnt, im Vorspann angezeigt, im Jahr 1859. Zwei Jahre vor dem Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs, zwei Jahre bevor dann ein bis dahin unvorstellbares Blutvergießen nötig wird, um die Praxis der Sklaverei nicht einmal zu rächen, sondern einfach nur zu beenden.
      Die Hundeszene spielt also im Rahmen des Erwartbaren. Sie weicht aber auch von Tarantinos üblichen, kunstblutspritzenden, eher comicartigen Gewaltdarstellungen ab.
      Quelle: Süddeutsche Zeitung
      Hier noch der Link zur kompletten Rezension von Tobias Kniebe:
      http://www.sueddeutsche.de/kultur/dj...mann-1.1573992

      Keine Doku, dafür aber eine künstlerische Auseinandersetzung mit einem brutalen und abstoßenden Abschnitt der amerikanischen Geschichte. Nicht mehr, aber nicht weniger.
    1. Avatar von Franz
      Franz -
      eine künstlerische Auseinandersetzung mit einem brutalen und abstoßenden Abschnitt der amerikanischen Geschichte. Nicht mehr, aber nicht weniger.
      Ja, und die Zeit wird zeigen, wie das eben vom Publikum verstanden wird. Ich kann ja nur sagen, ob die trailer und die Interviews mit den Filmemachern mir dieses Interesse daran gibt oder nicht. Auf mich wirkt das jedenfalls eher abschreckend denn neugierig machend. Wird bei anderen auch anders sein.

      Ich hab mir vor kurzem mal eine mehrteilige Serie über den amerikanischen Bürgerkrieg angesehen, eine Dokumentation, sehr ungeschminkt wurde da auch Gewalt gezeigt, war oft gar unerträglich hinzuschauen, wie sich Menschen dort gegenseitig massakriert haben. Aber da wurde die Gewalt nicht inszeniert für das Publikum. Das ist genau das, was mich an so blutrünstigen Filmen immer massiv stört, ja abstößt: Die Inszenierung von Gewaltszenen. Mich stößt sowas jedenfalls immer mehr ab als es mich anzieht.

      Gruß
      Franz
    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -
      Tarantino wird immer polarisieren, das war schon bei Pulp Fiction oder Kill Bill der Fall. Gewalt spielt bei allen seinen Filmen eine Rolle, doch sollte man ihn nicht voreilig mit irgendwelchen HauDraufProduktionen in einen Topf werfen. Auch das Motiv des Italowesterns wird sehr intelligent aufgegriffen und verfremdet; bis hin in kleine Details (darum gings u.a. auch bei dem Interview); aber sicherlich gibt es viele, wie dich, die Tarantino nie mögen werden. Aber für alle anderen halte ich meine Empfehlung natürlich aut!

      Smiley fügt sich selbst ein.... merkwürdig. It's magic! Soll heißen: a u f r e c h t!
    1. Avatar von MrFloyd
      MrFloyd -
      So sind halt die Geschmäcker.
      Ich habe genauso wie Franz den Mehrteiler über den Amerikanischen Bürgerkrieg gesehen und dieser ist bestimmt Informativer als dieser Film.
      Von Pulp Fiction oder Kill Bill brauchen wir erst gar nicht sprechen.

      Gruß
      Ralf
    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -
      Nur eine Anmerkung: Man kann einem Künstler, der ein Theaterstück, einen Film dreht oder ein Lied komponiert sicherlich nicht ankreiden, dass er nicht so informativ wie eine Dokumentation sei; das sind zwei Paar Stiefel! Ein Künstler wird das Thema zuspitzen, exemplarisch behandeln, aber nie umfassend informieren können. Das nur so am Rande....
    1. Avatar von Franz
      Franz -
      Ja, das sei zugestanden. Und das Publikum wird zeigen, ob es positv angenommen wird. In bin sicher, das wird ein Kassenschlager. Ich wolte nur sagen, daß man einen solchen Film auch ablehnen darf. Für sich.

      Gruß
      Franz
    1. Avatar von Speedy
      Speedy -
      Hallo Franz,

      ich glaub Du hast Tarantino nicht verstanden, das ist nicht bös gemeint, und ich glaub auch das ich weiß woran das liegt. Du hast Dich noch nicht mit Ihm befasst und kennst die Historie nicht.

      Das ist genauso als wenn man Apocalypse Now schaut und nicht weiß wer Coppola ist und was er damit aussagen will. Und dann die Doors......

      Beste Grüße
      Speedy
    1. Avatar von MrFloyd
      MrFloyd -
      Hallo,
      ich glaube doch das man Taratino versteht. Es liegt wohl eher daran das man diese ganzen Amerikanischen Filme und auch das ganze Amerikanische nicht verstehen will.
      Alles vollkommen übertrieben und in meinen Augen nicht sehenswert. Da kann er noch so gute Kritiken bekommen.
      Ich mag sowas nicht.

      Gruß
      Ralf
    1. Avatar von Franz
      Franz -
      Speedy,

      ja, das wird es sein. Ich habe mich mit ihm wirklich nicht eingehend beschäftigt. Meine Ablehung dem Film gegenüber beruht eher aus meiner grundsätzlichen Einstellung gegenüber Darstellung von Gewalt. Womöglich ist das ein Stilmittel Tarentinos, der seine Szenen ganz anders verstanden wissen will als sie auf mich wirken. Dafür kann er wirklich nichts.

      Ich bin Gewaltszenen gegenüber geprägt aus Filmen, die mir als Jugendlicher unter die Haut gingen. Kennt jemand noch Bernhard Wickis Film "Die Brücke"? Das war ein Film in schwarz-weiß über eine Gruppe Jugendlicher, die eine Brücke vor den herannahenden Amerikanern sichern sollte. Die Jungs nahmen das ernst und spielten Krieg. Und Wicki zeigte darin schonungslos den ganzen Widersinn und die Grausamkeit des Krieges. Einige Szenen waren so grauenhaft - heute wäre das eher Pippifax in der Darstellung von Gewalt - daß sie sich mir in`s Hirn eingebrannt haben. Ich habe diesen Film noch oft gesehen, ihn gar als Erzieher in einem Internat Jugendgruppen vorgeführt. Und weißt du, was da herausgekommen ist als Reaktion? Eine sehr große Mehrheit fanden die grausamen Szenen einfach nur "geil" Das hat mich damals sehr nachdenklich gemacht, ob und wie man Gewaltszenen überhaupt zeigen soll. Diese Frage wäre ein eigenes Thema wert.


      Wer den Film noch nicht kennt, hier mal ein link: http://www.mannbeisstfilm.de/kritik/...ecke/1702.html

      Gruß
      Franz
    1. Avatar von HearTheTruth
      HearTheTruth -
      Hallo Zusammen

      Ich habe den Terantino Film auch gesehen. Was mich im eigentlichen emotional sehr mitgenommen hat war nicht so sehr der Film, sondern das Wissen, das in den Südstaaten

      damals noch viel schrecklichere Dinge mit den schwarzen Sklaven geschehen sind. Ich habe zwar kapiert, was Terantino mit seinem Django Film ausdrücken wollte, aber die Erinnerung an die damalige Realität

      hat mir die ganze Freude und auch Witz genommen, den ich den sonstigen Terantino Filmen empfunden habe .
      LG
      Rolli
    1. Avatar von Sir Tom
      Sir Tom -
      Tarantino ist eigentlich ein sehr unamerikanischer Regisseur - zumindest wenn man den Mainstream heranzieht - wie Tarantino und einige hier richtig angemerkt haben, ist das eigentlich Brutale, dass die Realität noch nicht einmal in ihrer vollen Grausamkeit gezeigt wurde. Auch verstörend die Servile Haltung mancher (Haus-)sklaven oder die Hoffnungslosigkeit in den Augen einiger Sklaven, die Angst hatten aus dem offenen Käfig ihrer Unterdrückung zu fliehen...

      @Franz: Klar kenn ich "Die Brücke" - sicher ein Wahnsinnsfilm, der die Verführbarkeit der Jugend im III. Reich eindringlich darstellt; genau wie Wicki findet auch Tarantion eindringliche Bilder und darum gehts ja beim Film.

      Vermutlich reiht der Trailer auch reißerische Szenen aneinander, soll ja Leute animieren den Film anzukucken, im Gesamtkontext versteht man dann besser, wo eine Szen "hingehört". Das nur mal so am Rande.
    1. Avatar von Franz
      Franz -
      Thomas,

      ich werde ihn mir mal in Gänze anschauen, kenne bisher ja nur den trailer und das Interview im Spiegel mit dem Regisseur.

      Grundsätzlich würde ich gern mal wissen wollen, wie Gewaltdarstellung ankommt bei Jugendlichen. Ich hab da wie gesagt ganz frustrierende Erlebnisse gehabt, als ich in einem Internat - wir machten da alle 14 Tage einen Filmabend, wo wir bestimmte Filme, die wir im Team für "pädagogisch wertvoll" hielten - vorführte. Es kam nur bei wenigen danach das rüber, worum es uns Erziehern eigentlich ging. Das hat mich wirklich sehr frustriert, wie sehr unsere damaligen Jugendlichen im Internat auf Gewaltdarstellung abfuhren und das "geil" fanden. In Diskussionsrunden über die Filme, die sich an die Vorführung anschlossen, kam das deutlich zum Vorschein.

      Mir geht`s also mehr um die Wirkung solcher Filme. Was wird vermitelt und ist nachhaltig, welche Einstellungen, welche Gefühle lösen sie aus, und welchen Folgerungen für einen selbst haben solche Filme? Was finden wir daran gut, lehrreich oder was stößt uns ab?

      Ich denke, solche Fragen sind auch heute noch aktuell, gerade, wenn ich bedenke, was unsere heutige Jugend so alles sehen kann. Und ja: Die Realität ist meist viel schlimmer als in einem Film.

      Gruß
      Franz