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Nemu
21.10.2014, 15:12
Hallo zusammen,

nun möchte ich Euch gerne mal Vorstellen womit ich Musik höre. Wie ja schon im Vorstellungsthread kurz beschrieben bin ich derzeit in der glücklichen Lage sowohl über ein Paar BM18 als auch Geithain 901K zu verfügen. Damit kann ich derzeit zwei parallele Anlagen betreiben:

1. Mac-Mini mit iTunes -> Mytek DSD 192 -> Funk LAP-2.v3 -> BM18

2. Mac-Mini mit iTunes -> La Rosita Connect -> Geithain 901k

Dazu kommen auch noch ein Plattenspieler mit Phono-Vorstufe, ein DVD/Bluray-Player und ein Fernseher.

Musik höre ich bei uns im Dachgeschoss. Hier einige Bilder mit den Geithains. Da ich derzeit noch öfters umbaue liegen die Kabel wild durcheinander. Man beachte auch die Ikea-Holzkisten als provisorische Ständer. Irgendwie weiß ich noch nicht was für Ständer ich will: kaufen, selbst bauen? Die BM18 sind auf den Bildern nicht zu sehen und stehen hinter dem Hörplatz. Ich wollte mal wissen wie sich die 901k ohne die BM18 daneben anhören.

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Die BM18 lassen sich über das PPG durch Regelung der fünf einzelnen Wege jeder Box an die akustischen Verhältnisse des Rauns anpassen. Vermutlich durch die 6 Chassis pro Box und deren Anordnung vertikal übereinander, ist die Aufstellung der Box jedoch recht kritisch. Aber die Mühe den richtigen Platz zu finden wird durch einen tollen sehr analytischen Klang belohnt.
Wesentlich unkritischer in der Aufstellung sind die Geithains. Was ich an diesen sehr schätze ist die K-Niere, mit der die rückwärtige Abstrahlung reduziert wird. Dies wirkt Problemen bei Wand- bzw. Ecknahen Aufstellungen entgegen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit die 901k über 5 Korrekturfilter an die akustischen Gegebenheiten des Raumes anzupassen.

Nachfolgend eine Messung, die ich mit REW (Room EQ Wizzard) durchgeführt habe, vor und nach der Einstellung der Korrekturfilter. Gemessen habe ich jeweils an 5 verschieden Punkten und anschließend die Kurve mit REW automatisch gemittelt:


Hörplatz Zentrum,
links daneben,
rechts daneben,
etwas höher und
das Messmikrofon gegen die Decke gerichtet.

Dieses Vorgehen haben Herr Kiesler und die Mitarbeiter von Geithain bei der letzten Veranstaltung von Claus Bücher empfohlen.


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So gefällt mir der Klang schon mal ganz gut. Es liegt zwar eine ordentliche Raummode im Bass vor, insbesondere verursacht durch die linke Box unter der Dachschrägen, jedoch kann der Bass durch die Korrekturfilter etwas besänftigt und die Höhen angehoben werden. Der Klang war mir in den Höhen teilweise etwas zu matt, verhangen. Ich hatte vorher auch noch extremere Korrekturen im Bass. Irgendwie hat sich dies nach meinem Empfinden jedoch nicht mehr gut angehört. Bass hat mir gefehlt. Vermutlich hat mich der Raum hier schon „versaut“.


Vor der Messung hatte ich eigentlich mit einem wesentlich schlimmeren Ergebnis gerechnet. Insbesondere das Ergebnis der Messung der Reflektionszeiten (RT60) hat mich doch positiv überrascht. Ich hätte hier mit wesentlich hören Werten gerechnet.


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REW und die Korrekturfilter der 901k verwende ich hier das erste mal, angeregt durch Herrn Kiesler auf Claus Büchers letzter Veranstaltung. Sicher ist hier noch Optimierungspotential vorhanden. Auf jeden Fall macht das Spielen mit REW und den Korrekturfiltern viel Spaß und man lernt eine ganze Menge. Sicher kann es nicht die akustische Behandlung eines Raums ersetzen sondern nur ergänzen. Meine bessere Hälfte lässt mir hier jedoch nur sehr begrenzt Spielraum. Das ganze Dachgeschoss besteht aus Holz, mit jeder Menge Dämmmaterial dazwischen und Rigipsplatten darauf. Grundsätzlich scheint dies, akustisch gesehen, schon mal nicht so schlecht zu sein, wie Herr Kiesler in einem Gespräch auch bestätigt hat.

Wenn Ihr hier noch Tipps oder Anregungen habt, so würde ich mich freuen. Einige von Euch, wie z.B. Eusebius haben sich ja schon intensiv mir Raumakustik und den Möglichkeiten der Korrekturfilter in den 901k beschäftigt.

Gruß Stephan

Eusebius
21.10.2014, 15:41
Hallo Stephan!

In der Tat sehen deine Nachhallzeiten schon mal sehr gleichmäßig aus.
Im Bass sind sie sogar ideal. Der üblich Anstieg zu tiefen Frequenzen hin ist bei dir kaum zu verzeichnen.
Deine Wandverkleidung scheint dort gut zu wirken.

Allerdings halte in den Nachhall im Mittel- und Hochtonbereich noch für zu hoch.
An deiner Stelle würde ich versuchen, mit Breitband-Absorbern noch ein bis anderthalb Zehntelsekunden herauszuholen.

Du hast den Riesenvorteil, dass es im Bass schon mal stimmt.
Darum musst du nicht mit voluminösen Absorbern arbeiten.

Schicke und wohnraumtaugliche Breitbandabsorber für die Frequenzen darüber gibt es in Hülle und Fülle am Markt.
Da dürftest du gemeinsam mit deiner Frau sicher etwas finden.

Generell sollten zunächst die Raumakustikmaßnahmen angegangen werden und erst dann das Optimieren mittels Ortsanpassungsfiltern.

Ansosnten sieht es sehr gut aus bei dir!
Liebe Grüße!
Rainer

Nemu
22.10.2014, 09:27
Hallo Rainer,

vielen Dank für Deinen Rat.

Wenn ich mich mit Hilfe von Breitbandabsobern um das Reflektionsverhalten im Mittel- und Hochtonbereich kümmere, wo fängt man hier am besten an? Sind dies die direkten Reflektionflächen, also:
1. Hinter dem Hörplatz
2. Die Wände seitlich vom Hörplatz
3. Die Decke
Bei Wänden und Decken, fange ich hier an die Breitbandabsober mittig zwischen Lautsprecher und Hörplatz anzubringen, abgeleitet vom der Regel: "Einfallwinkel gleich Ausfallwinkel"?

Über Tipps und Anregungen freue ich mich sehr.

Liebe Grüße
Stephan

Eusebius
22.10.2014, 11:50
Hallo Stephan!

Bitte nicht das Thema "Nachhallzeiten" mit dem Thema "Frühe Reflexionen" vermischen!

Letztere scheinen bei dir - soweit ich das aus den Fotos entnehmen kann - weniger das Problem zu sein, einfach deshalb, weil deine LS offensichtlich ausreichend weit von den Begrenzungsflächen entfernt postiert sind.
Wenn du da sichergehen willst, solltest du auch die Impulsantwort und die Energie-Zeit-Kurve (ETC) messen.
Herausragendes Peaks würden Reflexionen verraten.
Das könnte z.B. noch der Fall sein, falls dein Hörplatz sich direkt vor der Wand befindet.
Falls tatsächlich welche vorhanden sein sollten, könntest du sie dann in der von dir angesprochenen Weise (Spiegelmethode) bekämpfen.

Die Positionierung der Absorber sollte in deinem Fall aber nicht ganz so wichtig sein.
Hauptsache, sie befinden sich überhaupt im Raum!
Einfach ein wenig verteilen. Das sollte schon reichen.

Auch Polstermöbel, Gardinen u.Ä. könnten helfen.

Wie gesagt: Die Grundvoraussetzungen bei dir sind gut.
Optisch verträgliche Lösungen sollten zu finden sein!

Gruß und viel Spaß beim Optimieren!
Rainer

PS: Den Bass zwischen 40 und 50 Hertz solltest du vielleicht noch etwas absenken.

Nemu
22.10.2014, 13:34
Hallo Rainer,

vielen Dank für Dein Feedback, Deine Erklärungen und Tipps.

Raumakustik ist ein wirklich interessantes Thema beim dem ich vom Wissensstand noch am Anfang stehe. Deinen Rat weiß ich sehr zu schätzen.

Gruß,
Stephan

Nemu
02.11.2014, 12:05
So, nach intensivem Hören der 901k, traue ich mich jetzt auch mal eine Aussage zum Vergleich des Klangs der BM18 und 901k zu machen. Ich habe zwei PMs bekommen, mit der Bitte mich hier mal zu äußern.

Im Vergleich mit der 901k sind die BM18 noch ein wenig feinauflösender. Die Regelung der Chassis der BM18 macht sich insbesondere im Bass bemerkbar. Im Vergleich zur 901k ist dieser noch knackiger. Das soll jedoch nicht heißen, dass der Bass der 901k schlecht wäre. Er ist einfach nur anders.
Der große Vorteil der Geithain 901k - in meiner Hörumgebung - ist der sagenhaft natürliche Klang und die Bühne, die die 901k erzeugt. Bei guten Aufnahmen denkt man man die Musik wäre live. Ebenfalls ist die 901k wesentlich unempfindlicher von der Aufstellung.
Bei der BM18 ist die Bühne in meinem Raum nicht ganz so groß. Ich könnte Sie in besser akustisch präparierten Hörräumen aber auch schon besser aufspielen hören. Auch hier sind eine tolle Bühne und ein tolles homogenes Klangbild mit livecharackter machbar, aber nach meiner Meinung nach in einem Wohnraum schwerer zu verwirklichen. Insbesondere, wenn die bessere Hälfte sich auch noch im Wohnraum wohlfühlen soll.

Fazit (im Vergleich):
Die Stärken der BM18 sind die sehr detaillierte Auflösung. Die Regelung der Chassis macht sich insbesondere in einem tollen, sehr präzisen Bass bemerkbar.
Die Stärken der Geitahin 901k sind der natürliche, homogene Klang und die unempfindliche Aufstellung.

Gruß Stephan

vierzigo
06.11.2014, 20:46
Hallo Stephan,

Glückwunsch von mir zu deinen Neuen, das erste Mal das mir die "Waschmaschinen" tatsächlich gefallen, aber Kirschbaum ist eh mein Furnier.

viele Grüsse

Oliver

Nemu
07.11.2014, 08:32
Hallo Oliver!
Danke. Das Funier "Amerikanische Kirsche" gefällt mir ebenfalls. Ein bißchen intensivere und unregelmäßigere Maserung verglichen mit der "Europäischen Kirsche".
Es freut mich von Dir zu hören.
Gruß Stephan

vierzigo
07.11.2014, 16:17
Hallo Stephan,

endlich mal mal einer der den Unterschied zwischen Europäischem und amerikanischen Kirschbaum kennt, Hut ab.

hatte garnicht mitgekommen das du dich hier angemeldet hattest.

wegen meinem Mac Mini werd ich dich in den nächsten Tagen mal kontaktieren.

Grüsse und viel Spaß an der Front, jetzt kannst du ja Kinofilme richtig genießen, vorne die 901 und hinten die BM18

Grüsse

Oliver

Nemu
22.12.2014, 19:16
Lieber Admin,

viellicht kannst Du ja den Titel dieses Threads ändern auf:

"Auf jeden Fall aktiv!"

Würde mich freuen, wenn dies noch geht!

Gruß Stephan

Plüschus
22.12.2014, 19:21
Erledigt ! :loyal:


Lieber Admin,

viellicht kannst Du ja den Titel dieses Threads ändern auf:

"Auf jeden Fall aktiv!"

Würde mich freuen, wenn dies noch geht!

Gruß Stephan

Gruß Thomas

Nemu
22.12.2014, 19:26
Hallo zusammen,

anbei die Geithain 901k jetzt auf Ständern von Liedtke, die am Freitag gekommen sind.

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Wenn Ihr die Bilder mit denen am Anfang des Threads vergleicht, könnt Ihr auch sehen, dass die Boxen jetzt auch etwas anders stehen.

Jetzt muss ich Sie doch glatt wieder einmessen und die Korrekturfilter ggf. an die neue Position anpassen. Wie schade :adoration:!
Zum Spielen bieten sich die Weihnachtstage ja geradezu an.

Eusebius
22.12.2014, 19:43
Sehr schön!
...und die Scheibe auf dem Stuhl sowieso!

Nemu
22.12.2014, 21:30
Hallo Rainer,

danke erstmal. Diese Scheibe von Dave Brubeck ist momentan einer meiner Lieblingsscheiben.

Was ich Dich gerne noch zu den Ständern fragen möchte: Hast du die Säulen Deiner Ständer eigentlich befüllt? Das klassiche Material ist ja wohl Quarzsand. Ich habe hier nur etwas Bedenken bzgl. des Parketts und der evtl. Schweinerie, die dabei entstehen könnte.
Gibt es hier noch Alternativen zum Quarzsand als Befüllungsmaterial, die empfehlenswert sind?

Gruß und Dank,
Stephan

sidsel
23.12.2014, 01:32
Die muss ich mir dringend mal anhören, optisch sind die 100%ig mein "Ding". :eagerness:

Eusebius
23.12.2014, 08:32
Hallo Stefan!

Ja, ich habe sie befüllt.

Wenn du beim Befüllen aufpasst (nimm einen Haushalts-Trichter!) und wenn die zentralen Befestigungsschrauben zwischen Rohr und Platte fest angezogen sind, kann nichts passieren.
Da Dirk sehr passgenau arbeitet, tritt dann auch später kein Sand aus.

Nimm bitte nur "feuergetrockneten" Quarzsand (ein Zwanzig-Kilo Sack sollte bei dir reichen) aus dem Baubedarfshandel!
Andere Sorten sind nicht ausreichend trocken und rieselfähig.

Da die Rohre meiner Stands sehr lang sind, habe ich zusätzlich vor dem Befüllen noch Bleistücke in ihnen versenkt, um den Schwerpunkt noch etwas nach unten zu verlagern.
Das dürfte bei dir allerdings nicht nötig sein.

Gruß!
Rainer

Nick Dollard
23.12.2014, 10:57
Geithain 901K

die sind ja sowas von hässlich, die würden nie die Eingangskontrolle bestehen in unserer bescheidenen Hütte.
das geht auch anders.

und was das Preis/Leistung angeht empfehle ich einen Blick auf den letzen leserbrief auf fairaudio
und eine Hörsession bei http://www.abacus-electronics.de/

spätestens dann wird wohl der eine oder andere ins grübeln kommen.

Eusebius
23.12.2014, 11:06
Och nö...
ins Grübeln komme ich da nun wirklich nicht.

Nemu
23.12.2014, 11:43
Wie heißt es so schön: "Aussehen liegt im Auge des Betrachters!"

Jeder hat halt einen anderen Geschmack. Meiner Frau und mir gefallen die Geithains gut.

Gruß Stephan

Franz
11.02.2015, 10:10
Gestern hatte ich die Gelegenheit, einer schon vor längeren Zeit ausgesprochenen Einladung von Stephan Folge zu leisten und mir seine Anlage einmal anzuhören. Stephan hat aus der Not eine Tugend gemacht. Da er über keinen anderen geeigneten Hörraum verfügt, hat er oben -wie man an den Bildern erkennen kann- seine Anlage aufgebaut. Für mein Empfinden hat er dabei genau die beste Position für die Lautsprecher gefunden. Nach einigen Takten Musik war denn auch das mir einigermaßen vertraute Klangbild einer Gethain 901K da mit allen seinen geschätzten positiven Attributen. Ungemeine Homogenität, anspringende Dynamik, sonorer Grundton, fein gezeichnete Höhen ohne jede Spur von Lästigkeit. Zuspieler war eine La Rosita Pi, die ich ja auch bestens kenne. Stephan hatte sie direkt mit der Geithain verkabelt.

Nach einigen Musikstücken aus meiner mitgebrachten "Test-CD, der Dali-Vorführ-CD, Vol.3, mit der ich meistens höre, wenn ich mir ein Urteil bilden möchte, war klar, daß Stephan da eine schon feine Geschichte installiert hatte. Ein paar Dinge wird er noch optimieren wollen, darüber haben wir uns auch ausgetauscht, er sah das so wie ich auch.

Eigentlich wollte ich einge Stunden bleiben, daraus wurde dann Mitternacht, die Zeit verging wie im Fluge, auch, weil man sich mit Stephan sehr gut über alles Mögliche unterhalten kann, ein sehr gastfreundlicher, höflicher, aber auch kommunikativer Mensch, den man auch gerne mal wieder trifft. Freu mich also schon auf unser Wiedersehen und möchte mich nochmals für diesen sehr angenehmen Abend mit anregenden Gesprächen und sehr feiner Musikauswahl bedanken. Das hat mächtig Spaß gemacht, danke dafür!:eagerness:

Nemu
11.02.2015, 17:04
Hallo Franz,

auch mir hat Dein Besuch sehr viel Spaß bereitet. Die Zeit verging wie im Fluge. Über Deine Tipps und Anregungen zu möglichen Verbesserungen habe ich mich sehr gefreut.
Ich freue mich schon sehr auf den Gegenbesuch bei Dir.

Viele Grüße

Stephan