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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hörbericht Nagaoka MP 110



Peter
29.02.2012, 13:40
Hallo zusammen,

da ich mir letztens den kleinen Monk Röhren-Phono-Vorverstärker zugelegt habe, wollte ich auch wissen wie der MM-Eingang klingt. (er hat natürlich auch MC).

Also habe ich mir auf die Schnelle ein MM-System zugelegt, ein Nagaoka MP 110. Mit einem Kaufpreis von knapp 90 € ein sehr günstiges Teil.

Wie es immer so ist, hatte ich dann lange keine Zeit mich damit zu beschäftigen. Aber neulich habe ich es dann doch geschafft es in ein Clearaudio-Headshell

einzubauen. Die Wahl des Headshells ist natürlich Quatsch, weil es doppelt so teuer ist als das Nagaoka. Da ich gerade aber kein Anderes frei hatte und ich deswegen

keinen montierten Tonabnehmer abbauen wollte, musste es halt dieses Teil sein.

Das Ganze dann auf einen Ortofon AS 309 S gesteckt, welcher auf einem Lenco L 75 Laufwerk montiert ist und eingestellt.

Hierzu möchte ich die Einstellschablone von unserem Foren-Kollegen Chris Feickert lobend erwähnen. Mit dem Teil ist es ein Kinderspiel einen Tonabnehmer sauber

einzustellen. Danach noch den Azimut mittels Software vom gleichen Hersteller (Feickert) eingestellt und dann konnte es losgehen.


Alle Höreindrücke, welche ich beschreibe sind logischerweise rein Subjektiv und speziell in meiner Kette so gehört.


Am Anfang habe ich hauptsächlich Rockplatten gehört, welche eher einen unaudiophilen Charakter hatten. Das System war ja auch noch Nagelneu und nicht eingespielt.

Trotzdem war ich angenehm überrascht wie zackig Es zu Werke ging. Die Spielfreude war auf Anhieb da, ich muß den elenden Fuss-Wipp-Faktor erwähnen weil ich mich

beobachten konnte wie meine Füße wippten und meine Hände auf den Oberschenkeln den Tackt mitspielten.

Das war ja schon sehr erfreulich für den Anfang.

Im Laufe der nächsten Hörsitzungen fand ich immer mehr positive Eigenschaften herraus, wie trockener Bass, gutes Timing und sehr schöne Mitten.

Alles wie gesagt mit billigen Rockplatten.

Dann wurde ich aber neugierig wie das Nagaoka sich mit audiophilen Futter schlägt.

Das war aber eher keine gute Idee. Da ich weiß wie die Platten klingen können war ich eher enttäuscht. Da fehlte es doch gehörig an Feinauflösung.

Oder war das die Schuld des Monk?

Da der Monk ja 3 Eingänge hat war kurzerhand ein Decca Black im Dynavector DV 505 auf einem Garrard 401 angestöpselt.

Und siehe da, alles in Ordnung. Der Monk klingt in MM-Stellung sehr gut. Die vermisste Feinauflösung war spontan da und es klang einfach super.

Zurück zum MP 110:

es ist ein Tonabnehmer der viel Spass bietet wenn man einfache Platten hört. Da mag ich das Nagaoka sogar lieber als mein DL 103. Und das will

schon was heissen. In Anbetracht des extrem günstigen Preises ist das Preis-Leistungs-Verhältniss sehr gut.

Ich würde es aber nur als Zweit-System empfehlen, für Flohmarkt-Beute oder einfach wie ich es jetzt tun werde: für einfache Rockplatten nehmen

und somit die Lebensdauer der teureren Systeme verlängern.


Viele Grüße:

Peter.

reinwan1
29.02.2012, 22:24
Hallo Peter,

schöner Bericht :eagerness:

Persönlich ist mir das Nagaoka MP 110 leider noch nicht untergekommen aber ich noch nie was negatives über das System gehört/gelesen.
Es scheint wirklich ein Preis-Leistungs-Knüller zu sein.
Bei Gelegenheit werde ich mir mal eins an Land ziehen.

Sir Tom
29.02.2012, 23:30
Jep! Hab Deinen Bericht auch sehr gerne gelesen. Ist sicher eine sehr preisgünstige Alternative für Einsteiger.

RillenZebra
29.02.2012, 23:56
Bericht gefällt mir auch. Die Aussage Nagaoka sei gegenüber DL103 lieber gehört macht mich neugierig. Bin selbst mit dem DL103 immer zufrieden. Decca Black möchte ich auchmal hören. Leider macht einer meiner drei Monk Eingänge, der an dem mein MM hängt, untere Drehknopf Postion, Kanalprobleme. Wird sicher irgendeine Kontaktschwäche sein, man muss ein wenig wackeln und schon gehts dann wieder. Ich müsste mir ein neues DL 103 zulegen und auch zur Sicherheit ein neues AT-Mono3/LP. Darauf, auf Mono will ich nie mehr verzichten. Viele Systeme konnte ich noch nicht ausprobieren. Die die in die engere Wahl kommen könnten, sollten alle an mittelschweren Armen der Kenwood Dreher KD 7010, KD 700D und KD 750 passen. Ich weiß nicht zu welchem System ich mich entscheiden sollte. In einem anderen Forum stehen auch ein paar interessante Zeilen zu einem Lyra Delos zu lesen.
Der User lobt auch ein Ortofon 2M Black, auch das kenne ich nicht. Mein MM System, ein Goldring G 1042 klingt zwar echt sehr gut wenn das Vinyl unbeschädigt und die Aufnahme sehr gut ist, aber um nicht zu stark unterm knistern zu leiden nutze ich lieber das DL103. Schon weil ich dauernd daran denke mir ein oder zwei neue Systeme zu zu legen lese ich sowas wie den obigen Bericht mit großem Interesse.

Peter
01.03.2012, 12:18
@ Andreas,

mich hat letztendlich ein Bericht in der Image Hifi (oder war es in der Hifi-Tunes, das Analogbuch ?) dazu bewogen mich für ein Nagaoka

zu entscheiden. Mittlerweile ärgere ich mich ein bischen nicht höher in der TA-Hirachie eingestiegen zu sein.

@ Ingo,

Das ich ich das Nagaoka dem DL 103 vorziehe ist allerdings eine ganz persönliche Meinung, es soll nicht heißen das es das bessere System wäre.

Ich habe von Leuten gehört das sie das Denon auch teureren Systemen vorziehen würden. Das liegt alles im Bereich der Geschmäcker.

Als einziges System würde ich es nicht betreiben wollen, da wie schon erwähnt, es bei besser aufgenommenen Platten mir an Auflösung fehlt.

Da Du von einem Drehschalter am Monk sprichst gehe ich davon aus das Du den großen Mönch hast. Den habe ich zwar auch, aber das

Nagaoka habe ich am kleinen Mönch angeschlossen. Du könntest deinem Monk auch ruhig größere (bessere) Abtaster gönnen.



Ich bin der Meinung das selbst der Kleine noch lange nicht ausgerreizt ist, wie ich mit dem Decca hören konnte.

Aber selbst da geht bestimmt noch mehr, ich denke da an Grado Statement o. Ä. . Das würde ich gerne mal hören.

Zwischen meinen beiden Mönchen habe ich nur einmal kurz quergecheckt. Allerdings in MC-Stellung mit Lyra Titan.

Und ich möchte behaupten das der große Mönch noch viel mehr kann als der Kleine (der in anbetracht seines extrem günstigen Preises

und der 3 Eingänge ein Hammer-Angebot ist).


Grüß:

Peter.

RillenZebra
01.03.2012, 23:41
Hallo Peter

Ja gerne möchte ich dem Monk (und meinen Ohren) auch mal bessere Abtaster gönnen ....


Aber was nehme ich ? Je nach Platte könnte mir wahrscheinlich auch was anderes als das DL103 gefallen, auch wenn's günstiger sein sollte. Was ich nicht unbedingt benötige wird mehr Auflösung sein. Es sei denn die wäre obligatorisch und selbstverständlich, aber wegen Bühnenabbildungsgenauigkeit und Detail Präzision suche ich nie die Musik aus die ich hören möchte. Mir wäre ein System sympatisch, dessen Stärken im zusammenfassen von Ereignissen liegt, nicht darin, auseinanderstrebenden Details genau hinter her schauen zu müssen. Einzelne Aufnahmen die sich darin gefallen allem weit auseinander trifftenden detailliert folgen zu können mögen spektakulär sein, andere User zu ständiger Begeisterung herausfordern, mich nervt das eher. Auch ein DL103 schafft es die übliche stereophone Bühne abzubilden. Wenns halt sehr viel präziser sein soll, da habe ich wahrscheinlich unter all meinen Platten nicht genügend Exemplare ..... um ihren Raum zu durchleuchten? Mir reicht es zumeist wenn die Musik ein lebendiges Zeugnis ist, eine lebendige Abbildung die einem musikalischen Ereignis folgt lieber, als mich neben in meinen Ohren abgeklärter Coolheit zu langweilen. Die Ankündigung sehr raffinierter Aufnahmen, das Versprechen und die Behauptung dem Hörer eine ausserordentlich gut gelungene Abbildung der einzelnen Instrumente auf bereiten zu können, ist mir mittlerweile auch verdächtig. Ich will nur Musik hören!
Die Technik die alles verspricht macht ja nicht die Musik. Sie kopiert und reproduziert musikalische Ereignisse oder inszeniert diese gar um behaupten zu können da wäre etwas besonderes geschehen. Egal. Das Nagaoka könnte mir sicher auch mit einigen älteren Platten gefallen und möglicherweise bekäme ich mit einem etwas "besseren" System in Kombi mit dem Monk wieder mal dieses Erlebniss: "So habe ich das ja doch noch nie gehört!"

.

Peter
17.03.2012, 14:02
Hallo,

in der neuen Ausgabe der LP (Nr.3/2012) gibt es einen Bericht über das MP 110+MP 100.

Der Bericht endet mit dem Fazit, Unterm Strich:.....in ihrer Preisklasse markieren sie beide

zur Zeit den Stand des Machbaren.

Ich bezweifle zwar das der Autor alle Systeme aus dieser Preisklasse gehört hat,

aber viele Systeme wird es wohl nicht geben die für 90 € so gut klingen.

Grüße:

Peter.

Peter
03.08.2012, 23:45
Hallo,

heute höre ich seit langem mal wieder den ganzen Abend mit meinem Nagaoka.

5406

Montiert im Clearaudio-Headshell am Ortofon Tonarm AS 309 S auf meinem Garrard 401.

Phono-Pre ist der Monk.

Nachdem ich verständlicher Weise in letzter Zeit ausschließlich mit dem Feickert Firebird

gehört habe und manchmal mit dem Twin, war mir heute mal nach Abwechslung.

Also ganz radikal ans andere Ende der Fahnenstange zum Nagaoka. Nach Phase Tech P3,

Ayame und Lyra Titan i bin ich aus den Sphären der MC-Welt zum Low-Budget MM gewechselt.

Anfangs hatte ich vor ein, zwei LP´s damit zu hören,wie schon gesagt rein zur Abwechslung.

Jetzt sitze ich immer noch da und das MP 110 spielt als noch. Ich höre einfach eine Scheibe nach der

Anderen, ohne mir über irgendetwas Gedanken zu machen. Nix mit Testhören. Nix mit Gedanken wie:

sollte ich die Box noch etwas mehr einwinkeln? Auch die Qualität der Tonträger spielt gerade eine sehr

untergeordnete Rolle. Eine gigantische Langzeit-Hör-Qualität hat das Nagaoka.

Gut, einige Abstriche muß ich schon machen. Die Auflösung im Gegensatz zu den oben genannten

Systemen ist schon deutlich weniger, die Klangfarben-Palette ist kleiner, der Raum auch.

Da kommt schon einiges zusammen. Aber was mich heute begeistert ist die Gesamtdarstellung

des Nagaokas. Die Musik hat einen Fluß, Rhytmus und Drive, ich bin begeistert (auf´s Neue).

MM-Tonabnehmer haben schon etwas ganz Spezielles. Früher ging es mir ähnlich mit einem

Grado Platinum Wood. Zum Listenpreis von 700,-DM ein klasse Teil. Irgend wann hatte ich es

in geistiger Umnachtung auf eBay verkauft. (hat jemand ein Grado für mich?)

Das mit dem Nagaoka kann man vergleichen mit Autos. Du fährst täglich deinen tollen

Neuwagen und findest ihn total klasse. Am Wochenende steigst du dann in einen

Opel B-Kadett und bist hin und weg. Obwohl nüchtern betrachtet der Kadett nicht einen

Stich gegen deinen Neuwagen macht. So geht es mir gerade mit dem MP110.

Grüße:

Peter.

RillenZebra
04.08.2012, 07:09
Moin

Ich glaube ich besorge mir auch mal ein Nagaoka für den Twin. Auf den Kenwoods sollen die nicht funktionieren ... oder waren es die Grados ? Der Direct Drive der Kenwoods, deren Motoren und die Nähe zu den Tonabnehmern, da soll es in der Vergangenheit immer Probleme gegeben haben. Als ich den ersten Kenwood Neu hatte und in den Foren, Analog Forum, davon erzählte ... ist mir vom, ach ich meine es waren doch die Grados, abgeraten worden. Die tragen ja bewegte Eisenspulen. Weder MM noch MC sondern MI. Na dann wird Nagaoka möglich sein. Du hattest Nagaoka schonmal erwähnt und mich neugierig gemacht. Wenn dieses MP-110 (http://www.phonophono.de/phono-1/tonabnehmer/nagaoka/ya72008.html) schon derartige Zufriedenheit auslösen kann, was wird erst ein MP-150 (http://www.phonophono.de/phono-1/tonabnehmer/nagaoka/ya72009.html) oder gar ein MP-300 (http://www.phonophono.de/phono-1/tonabnehmer/nagaoka/ya72011.html) hervorrufen?

... Eben entdecke ich in http://www.fidelity-magazin.de/story-plus/nagaoka-mp-150-und-mp-500/ noch ein paar Bilder.

Peter
04.08.2012, 18:34
Hallo Ingo,

wie die größeren Modelle klingen weiß ich aus eigener Erfahrung nicht. Den Bericht in

der Fidelity habe ich auch gelesen. Desweiteren gab es mal ein prima Bericht im Analogbuch 2

von Image Hifi vom MP 200.

Die Nagaokas, angefangen vom MP 100 bis hin zum MP 500 sind allesamt MI-Tonabnehmer.

Genau wie die Grados, nur bei Grado heißt das Moving Iron(MI) und bei Nagaoka Moving Permalloy(MP).

Beides sind bewegte Weicheisenstäbchen welche sich in einer festen Anordnung von Magneten

und Spulen bewegen. Bei klassischen MM´s bewegt sich ein Magnet innerhalb feststehenden

Spulen. Letztendlich kommt es aber aufs Gleiche raus, ob MM oder MI, beide werden gleich am

MM-Eingang angeschlossen. Du hast auf jeden Fall beste Vorraussetzungen mit deinem

12"-Arm, dem Monk und dem Twin. Gerade ein 12"-Arm ist ein optimaler Spielpartner für

ein Nagaoka. Bei mir hat das MP110 am SME 3012, Ortofon RS 309 D und jetzt am AS 309 i

hervorragend gespielt. Laut Chris ist der Jelco Arm (DFA 1205) vom selben Hersteller der auch

die Arme für Ortofon produziert. Quasi die gleichen Lager, nur andere Optik.

Das beste Argument für ein MM oder MI, ist dein Monk. Der MM-Eingang klingt einfach spitze.

Nachdem man die richtige Einstellung für Impedanz und Kapazität gefunden hat geht die Sonne auf.

Das einstellen ist nich so schwer, man muß sich nur Zeit lassen und viele verschiedene Musikstücke

hören. Ich bin immer mal wieder versucht ein MP200 oder MP 500 zu bestellen. Es kam jedoch

immer etwas dazwischen. Gut Ding will eben Weile haben.

Grüße:

Peter.