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Thema: Das ´Abschmecken´ einer Mitteltonweiche am Beispiel meiner Apogee .....

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Das ´Abschmecken´ einer Mitteltonweiche am Beispiel meiner Apogee .....

    Vom Salzen und Pfeffern der Mitteltonweiche einer Apogee Fullrange.....

    Hallo Forum !


    ich war ja länger nicht mehr aktiv hier und darum dachte ich ich setze hier mal wieder was rein..... auch in der Hoffnung das sich hier mehr wirkliche Leute mit Erfahrung oder auch nur Interesse auf dem Gebiet tummeln als im Open End Forum.


    vor kurzem hab ich mir nochmal die externe Weiche der Fullrange vorgenommen um daran sagen wir mal ein paar ´Feinabstimmungen´ zu testen.........
    Ich wusste das dies eine faszinierende ´Spielwiese´ sein kann, was durch die gute Erreichbarkeit und die erzielbaren Veränderungen im Klang nur durch den Tausch von ein paar Kondensatörchen erreicht werden kann.

    Vom Aufbau her ist es eine absolute Minmalausführung mit lediglich einer Kondensatorkette zur Abtrennung nach unten plus der in der Transformerbox verbauten Spule, welche die Impedanz einmal von mörderischen 0,18 Ohm (Bändchen alleine !) auf erträglichere Werte anhebt, aber gleichzeitig eben auch durch zunehmende Sättigung zu hohen Frequenzen hin den Einsatzbereich des Mitteltonbändchens nach oben hin begrenzt.

    Was den Wert der Kondensatorkaskade angeht so muss ich auf 110 uF kommen, nicht gerade ein kleiner Wert wenn man ihn mit absolut erstklassigen Kondensatoren erreichen will.

    Als Beispiel sei hier nurmal die Topklasse etwa von Duelund oder Mundorf genannt, aus der die passenden grossen uF Werte erstmal meist garnicht erhältlich sind, oder wenn dann zu Preisen die die Umsetzung dieses uF Wertes schnell in die Hunderte Euros steigen lassen !

    Insofern war für mich geschicktes Kombinieren angesagt. Denn ein Kombinieren von Kondensatorwerten in einer Weiche zu einem grösseren lässt sich gut mit der Arbeit eines Kochs vergleichen, der am Ende mit vielfältigen ´Tricks´ den optimalen Geschmack herauskitzelt.
    Zum Glück gibt es ja im Netz diverse Kondensatortests die einem dieses Zusammenstellen schonmal immens erleichtern können.
    Natürlich sind diese Bewertungen wie so vieles bei der Beurteilung von Musikwiedergabe nie 100% für bare Münze zu nehmen, aber einen guten Anhaltspunkt liefern sie in jedem Fall.

    Zum Beispiel diese hier:

    http://www.humblehomemadehifi.com/Cap2.html
    http://sup-audio.com/html/high-standard.html
    http://www.laventure.net/tourist/caps.htm

    Als nächstes werfe ich mal ein aktuelles Foto meines Projektes rein:



    Man beachte die audiophilen Krokoklemmen (hallo Jörg^^)

    Um die 110 uF zu erreichen habe ich folgendermassen kombiniert:

    3 x Obbligato Premium Gold 33 uF
    1 x Mundorf Silber/Öl 10uF
    1 x Clarity Cap MR 1uF

    Dazu kommt eben noch das Salz und der Pfeffer in Form von zwei Bypass Caps. Das ist einmal ein Vishay/Röderstein 1837 und ein Vitamin Q Kondensator. Beide haben so geringe Werte das die 110 uF nicht merklich verändert werden.

    Der kritischste Punkt dabei war in der Vergangenheit immer die 99 uF Kombi....
    Da hatte ich zuerst einen weissen Mundorf Mcap 100 uF dran. War nicht übel, aber viel mehr auch nicht.
    Danach hatte ich mich leider muss ich im Nachhinein sagen für eine Kombi aus 3 Erse Transient X statt des Mcap entscheiden. Wäre bestimmt gut gewesen, ich hatte nur bei der Lieferung nicht genau gekuckt.....
    Sie hatten mir 3 Pulse X statt den Transient X geliefert, was durch den sehr kleinen Aufdruck kaum zu sehen war.

    Im Klang dafür doch umso mehr. Beide Kondensatortypen sind auf der Humblemade Seite besprochen und ich kann nur beipflichten das der Erse Pulse X bei nur etwas komplexeren Musikpassagen ´den Überblick verliert´ und dann einiges ´zusammenquetscht´, sodass es in der Folge oft eng und wenig durchsichtig klang. Hätte ich nur mal genauer hingekuckt.............
    Kann nur sagen: Nie mehr Erse Pulse X !

    Speziell nach der Erfahrung die ich vor kurzem machen durfte..... Ich hatte beschlossen die Erse Pulse X durch 3 Obbligato Gold Premium Audio Grades zu ersetzen.
    Das war die beste Entscheidung die ich seit langem getroffen hatte !
    Die Obbligatos klingen im Vergleich zu den Erse dermassen genial das ich es kaum beschreiben kann..... Jetzt kombinieren sich Schallereignisse in der Tiefe und präsentere mehr vorne platzierte erstmals völlig selbstverständlich ohne irgendwo eingeengt oder angestrengt zu klingen. Dazu kommt eine Portion Wärme die gut zu den sehr neutralen und ultrapräzisen Mitten des Bändchens passt... Einfach KLASSE !

    Den Mundorf Silber/Öl 10uF hatte ich von Anfang an nie in Frage gestellt. Er blieb die ganze Zeit weil er einfach eine super Geschmeidigkeit und einen Fluss bei dennoch höchster Auflösung und Raumdarstellung liefert sodass dieser Kondensator sozusagen die feste Bank dabei bleib.

    Aber was machen jetzt die kleinen Kondis wie der 1 uF und die beiden Bypass Kondis aus ?
    Den 1 uF hatte ich zuletzt von einem ´normalen´ Mundorf Supreme gegen einen Clarity Cap MR getauscht, weil dieser speziell für den Mitteltonbereich empfohlen wird. Und ich kann nur sagen: Volltreffer !
    Der Clarity Cap brachte nochmal eine tolle Differenziertheit die die Obbligatos ein ganz klein wenig vermissen lassen.

    In die gleiche Bresche springt der sehr bekannte Vishay 1837 und der ´sagenumwogene´ Vitamin Q Kondensator.
    Sie runden das ganze nochmal in Richtung Auflösung und Plastizität ab, denn ich liebe es wenn Klänge sehr transparent und plastisch im Raum stehen, was die grossen Bändchen sehr gut können, wenn man sie denn lässt..

    Tricky dabei ist natürlich auch die recht heftige Einspielzeit die viele Kondensatoren brauchen bevor sie sich im wahrsten Sinne ´freigespielt´ haben..........
    Zu beachten ebenfalls, das eine Zusammenstellung aus mehreren uF Werten und mit verschiedenen Kondensatoren sozusagen die ´Gesamtkohärenz´ negativ beeinflussen kann.
    Ich höre da für mich aber nichts negatives heraus, was die erreichten Verbesserungen beeinträchtigen würde.

    Insgesamt hat sich mir gezeigt wie stark so ein paar kleine Bauteile den Gesamtklang beeinflussen können und an welchen ´Schrauben´ sich alles drehen lässt wenn man nicht gerade zwei linke Hände hat und halbwegs ordentliche Lötstellen zustande kriegt... So befriedigt das Hobby Musikwiedergabe nochmal um einiges mehr !

    Ich kann nur jeden der ähnliches vorhat dazu ermutigen.

    Es Lohnt sich, auch wenn der Weg wie bei mir, Stichwort Erse Pulse X, etwas steinig sein kann !!


    Wer von euch Erfahrungen mit Kondensatoren gemacht hat, gerne her damit !!

    Ich hoffe das sich eventuell ein ergiebiger Austausch mit vielen guten Tips entwickelt.
    __________________
    Gruß,

  2. #2
    Administrator Avatar von Plüschus
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    Toll

    daß Du über Dein Projekt hier berichtest. Als überzeugter Bastlwastl bin ich Fan von solchen Projekten.

    Gruß Thomas
    Es kommt anders , wenn man denkt !

    Keine Angst vor Flüchtlingen !




  3. #3
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    Vor allem gut be/geschrieben
    ich hab die Unterschiede direkt gehört....... ernst gemeint
    Grüsse Mike

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von beamter77
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    Jeder Ton ist stolz in einer derartigen Weiche gefiltert zu werden.

    Stefan, Daumen hoch.
    Geändert von beamter77 (07.10.2015 um 15:01 Uhr)

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Zitat Zitat von beamter77 Beitrag anzeigen
    Jeder Ton ist stolz in einer derartigen Weiche gefiltert zu werden.

    Stefan, Daumen hoch.

    Genau. Dann muss er sich wenigstens danach nicht mehr so schämen durch die Hallsoßenwerfer zu müssen....


    Gruß,
    Stefan

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von MrFloyd
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    Hallo Stefan,
    sehr schöner Bericht.

    Gruß
    Ralf

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Danke Ralf. Was mich ja ein wenig erstaunt ist das dieser ´zusammengesetzte´ Kondensator so homogen und bruchlos klingt. Weitaus besser als vorher die Kombi aus lediglich 3 mal Erse Pulse X und Mundorf Silber/Öl.

    Hab ich wohl ganz gut zusammengestellt......


    Gruß,
    Stefan

  8. #8
    Zitat Zitat von Stefan Beitrag anzeigen
    Vom Salzen und Pfeffern der Mitteltonweiche einer Apogee Fullrange.....

    Ich kann nur jeden der ähnliches vorhat dazu ermutigen.
    Wer von euch Erfahrungen mit Kondensatoren gemacht hat, gerne her damit !!

    _________________
    Gruß,
    Hallo Stefan,
    coole Sache.
    Jetzt kannst du dir vorstellen, warum ich mich entschlossen habe, darauf hin zu arbeiten, alle Weichenbauteile weg zu lassen.

    Wie wird bei dir denn der Pegel zwischen den Treibern angeglichen, durch die Übertrager, oder hast du da noch Spannungsteiler zwischen?
    l.G.
    Detlef

  9. #9
    Schildkröt Avatar von Willi
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    Guter Mann, guter Job.
    Schön mal wieder sowas zu lesen.

    Ergänzen kann ich nichts. Hast ja Alles selber gefunden!

    cu

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Hallo Detlef !

    So vollaktiv kann natürlich auch sehr nett sein. Hätte da natürlich auch alle Optionen offen. Zweites Pärchen Ncores irgendwann.... mal sehen. Im Moment bin ich jedenfalls absolut glücklich mit dem wie es tönt.

    Was die Pegel angeht.... im Bass und im Mittelton sitzt jeweils ein Übertrager. Das Hochtonbändchen wird übertragerlos betrieben, sicher weil seine Impedanz auch nicht so heftig niedrig ist. Es hat aber ein Widerstandsnetzwerk vorgeschaltet, welches ein 3 stufiges Anpassen des Hochtonpegels per rückseitigem Schalter ermöglicht.


    Gruß,
    Stefan

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