+ Antworten
Seite 2 von 20 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 196

Thema: Warum ist Raumakustik wichtig

  1. #11
    Erfahrener Benutzer Avatar von Bruce
    Registriert seit
    23.11.2011
    Ort
    mittelaltes Bundesland
    Beiträge
    3.223
    Blog-Einträge
    16
    Oh vielen Dank für das Paper. Genau solche AAK will ich mir hinstellen. Ich dachte da an ein ganzes Pulk, das ich nach Bedarf im Raum verteilen kann. Da die nächste Abhöre angelehnt an die RL901K ist, soll statt der Bassniere ein aktiver Rückseitenbass die Abstrahlung nach hinten effektiv vermindern. Allerdings alles in getrennten Gehäusen, dann kann man mit der Position experimentieren.

  2. #12
    Hallo Thelemonk!

    Meine Ergebnisse waren nur mit extremen Maßnahmen zu erreichen, die weit über das hinausgehen, was in normalen Wohnräumen machbar ist.
    Glücklicherweise lässt mir meine Frau völlig freie Hand, unser Dachstudio so zu verunstalten, wie ich es möchte.

    Bei einem Raumvolumen von ca 104 Kubikmetern habe ich mehrere Kubikmeter an frei kombiniertem porösem Material unterschiedlicher Dichte eingebracht.
    Außerdem gehört zum Luftraum des Studios ein 4-qm-Hochbett, das als Matratzen- und Oberbettenlager dient.
    Wie auf den Bildern zu sehen ist, habe ich Decke und Fußboden mit drastischen Mitteln nicht nur von Reflexionen befreit, sondern dadurch auch weitere poröses Material in den Raum gebracht.
    Hinzu kommen partiell bis zu 4 Teppichlagen übereinander.

    Die Seitenwände sind eine Kombination aus Diffusion und Absorption. Meine mittlerweile gerippten CDs leisten dabei gute Dienste.

    Um die letzten kleineren Probleme im Tiefbass kümmert sich in der Ecke hinter dem Hörplatz ein E-Trap von BagEnd.

    Moden finden also praktisch nicht mehr statt, wie auch das Wasserfalldiagramm zeigt.

    Ich nutze Carma mit dem üblichen Behringer ECM 8000, dessen Werte übrigens mit denen eines mehr als 20 mal so teuren Profi-Kugelmikros, mit dem ich es verglichen habe, praktisch identisch sind). Speisung und Soundkarte über Lexicon-Interface.
    Messposition (mit Lasermarker reproduzierbar) immer exakt in Ohrhöhe am Hörplatz.

    Irgendwo hatte ich mal eine Formel zur Schröder-Frequenz.
    Danach spielen in meinem Hörraum Moden nach all meinen Maßnahmen nur bis hinauf zu ca 90 Hertz eine Rolle.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  3. #13
    Erfahrener Benutzer Avatar von Bruce
    Registriert seit
    23.11.2011
    Ort
    mittelaltes Bundesland
    Beiträge
    3.223
    Blog-Einträge
    16
    Schöner Raum! Auch die Form unterm Dach dürfte einiges zum guten Ergebnis beitragen. Mein Kellerraum ist da eher subotimal (geringer Raumhöhe, annähernd quadratisch). Aber dadurch hab ich auch nicht unendlich viele Moden, die dafür sehr ausgeprägt.

  4. #14
    Herr des Chaos & Admin Avatar von Sir Tom
    Registriert seit
    06.11.2011
    Ort
    Schwäbisch Hall
    Beiträge
    8.987
    Blog-Einträge
    5
    Bei RainersAnsatz gefällt mir, das er immer wieder einfache, kostengünstige undtrotzdem wirksame Möglichkeiten aufzeigt!
    Verunglimpfungen sind für den, der sie ausspricht, schimpflicher als für den, dem sie gelten.

    „Wörter sind sehr einfach. Wer kann machen, machen. Wer kann nicht machen, sprechen. Wer kann nicht sprechen, der schreiben. (Giovanni Trapattoni)“

    So isch's halt au wiadr....

  5. #15
    Noch einige Gedanken zur sogenannten "Überdämpfung":

    1) Gemeinhin wird ein solcher Befund an einem zu geringen Höhenanteil festgemacht.
    Bei "Überdämpfung" klänge es also dumpf und muffig.

    Das lässt sich am Frequenzgang leicht überprüfen: Wie man bei meinen auf die Spitze getriebenen Maßnahmen sehen kann, muss eine extrem geringe Nachhallzeit überhaupt nicht zu Lasten der Höhen gehen. (Meine aus anderen Gründen gewollte Zielkurve mit leicht abfallendem Gesamtverlauf musste ich an den 901k extra so einstellen. Allein durch die Dämpfungsmaßnahmen kam das nicht zustande.)
    Das A + O ist eine GLEICHMÄSSIGE Bedämpfung über alle Frequenzen.

    2) Oft wird auch ein "träger","langweiliger" und "toter" Klang auf eine angebliche Überdämpfung des Hörraums zurückgeführt.
    Auch das ist nach meiner Erfahrung falsch.

    Diffusschall besteht immer aus Relikten der Vergangenheit. Jede Reflexion im Raum braucht länger zum Ohr als das Direktsignal, ist also älter als das im jeweiligen Moment am Ohr ankommende "neue" Direktsignal. Da kommen also noch Musikanteile an, die eigentlich schon vorbei sind. Diese Überlagerung führt zu einer Verschmierung und Entdynamisierung des Klangs.

    Natürlich gibt es Nachhall auch im Aufnahmeraum.
    In Konzertsälen ist er sogar wesentlich länger als in jedem noch so großen Wohnzimmer.

    Allerdings darf man die Klangästhetik der Aufnahme, die z.B. auch auf die bewusste architektonische Gestaltung des Saales zurückgeht, nicht mit der völlig zufällig entstehenden Raumantwort eines Hörraums vergleichen. Da letztere überhaupt nicht einheitlich sein kann (jeder Hör-Raum ist anders!), kommt es zu einer gravierenden und völlig beliebigen Verfälschung der ursprünglichen Rauminformation der AUFNAHME, wie sie auf dem Tonträger enthalten ist.

    Richtig ist sicherlich, dass manche Aufnahmeleiter einen gewissen Klanganteil des Hörraumes beim Endkunden schon bei der Aufnahme hinzudenken.
    Allerdings geschieht das - wenn überhaupt - in sehr unterschiedlichem Maße, denn schon die Spannweite der Aufnahmen reicht von extrem trocken bis blumig hallig.
    So kann es vielleicht geschehen, dass eine extrem trockene Aufnahme in einem wenig bedämpften Hörraum etwas verbindlicher Klingt.
    Sie klingt aber nicht "besser". Denn in jedem Fall gehen Details und Dynamik im Diffusschall des Hörraums verloren.

    Nach meiner Hör-Erfahrung klingt auch eine sehr trockene Aufnahme in meinem sehr trockenen Hörraum immer besser als mit mehr Nachhall.

    Mein Credo lautet also:
    Den akustischen Amoklauf des Hörraums so weit wie irgend möglich unterbinden!
    Ich will hören, was auf der Aufnahme ist - nichts sonst! Und das ist sehr viel. Viel mehr als die meisten Hörer ahnen.
    Nur in einem stark bedämpften Hörraum kommt die wahre Qualität der Aufnahme zum Tragen.

    Und als Klassikhörer kann ich sagen: Das gilt gerade und im Besonderen für Klassische Musik!

    In diesem Zusammenhang will ich noch eine weitere oft zu lesende Ansicht erwähnen, die ich ebenfalls für völlig falsch halte:
    Manche Aufnahmen, so heißt es oft, könne man auf guten Anlagen nicht mehr anhören, da gute Anlagen (Den Hörraum rechne ich als wichtige Anlagenkomponente hinzu) auch die Fehler der Aufnahme deutlicher werden lassen.

    Der letzte Punkt stimmt zwar, allerdings macht eine gute Anlage auch die guten Eigenschaften einer Aufnahme besser hörbar. Und DIESER Effekt überwiegt.
    JEDE Aufnahme - auch eine schlechte - klingt über eine gute Anlage in einem guten Raum besser!
    ALLE Aufnahmen sind besser als ihr Ruf!

    Gruß!
    Rainer
    Geändert von Eusebius (07.01.2016 um 09:53 Uhr)

  6. #16
    Rastelli Avatar von claus B
    Registriert seit
    21.11.2011
    Ort
    Taunusstein
    Beiträge
    7.275
    Blog-Einträge
    3

    Moin Rainer

    Der letzte Punkt stimmt zwar, allerdings macht eine gute Anlage auch die guten Eigenschaften einer Aufnahme besser hörbar. Und DIESER Effekt überwiegt.
    JEDE Aufnahme - auch eine schlechte - klingt über eine gute Anlage in einem guten Raum besser!
    ALLE Aufnahmen sind besser als ihr Ruf!
    das kann man so beschreiben!
    "Ein Schwein, das nicht fett sein darf, ist eine arme Sau"
    Zitat: Franz Keller Koch

  7. #17
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    17.01.2012
    Beiträge
    282
    Zitat Zitat von Eusebius Beitrag anzeigen
    ...
    1) Gemeinhin wird ein solcher Befund an einem zu geringen Höhenanteil festgemacht.
    Bei "Überdämpfung" klänge es also dumpf und muffig.

    Das lässt sich am Frequenzgang leicht überprüfen: Wie man bei meinen auf die Spitze getriebenen Maßnahmen sehen kann, muss eine extrem geringe Nachhallzeit überhaupt nicht zu Lasten der Höhen gehen. (Meine aus anderen Gründen gewollte Zielkurve mit leicht abfallendem Gesamtverlauf musste ich an den 901k extra so einstellen. Allein durch die Dämpfungsmaßnahmen kam das nicht zustande.)
    Das A + O ist eine GLEICHMÄSSIGE Bedämpfung über alle Frequenzen.
    Ein linearer Direktschall und über Abstrahlverhalten und Raumakustik eingestellter fallender Betriebschallpegel sehe ich als Optimum an.

    2) Oft wird auch ein "träger","langweiliger" und "toter" Klang auf eine angebliche Überdämpfung des Hörraums zurückgeführt.
    Auch das ist nach meiner Erfahrung falsch.

    Diffusschall besteht immer aus Relikten der Vergangenheit. Jede Reflexion im Raum braucht länger zum Ohr als das Direktsignal, ist also älter als das im jeweiligen Moment am Ohr ankommende "neue" Direktsignal. Da kommen also noch Musikanteile an, die eigentlich schon vorbei sind. Diese Überlagerung führt zu einer Verschmierung und Entdynamisierung des Klangs.
    Auch zu diesem Thema gibt es gute Untersuchungen.
    Es gibt "böse" und "gute" Reflexionen.
    Böse führen zu den von dir beschriebenen Verschmierungen. Gute erhöhen Dinge wie Räumlichkeitsempfinden (auch der Aufnahme nicht des Hörraums).

    Ist die NHZ zu kurz treten 2 Kanal Stereophonie prinzipbedingte Eigenschaften so stark hervor als, dass sie stören.

    So kann es vielleicht geschehen, dass eine extrem trockene Aufnahme in einem wenig bedämpften Hörraum etwas verbindlicher Klingt.
    Sie klingt aber nicht "besser". Denn in jedem Fall gehen Details und Dynamik im Diffusschall des Hörraums verloren.
    Nein.
    Es ist zwar nicht ganz vergleichbar aber wir kennen ja Räume in denen man andere Leute besser versteht wenn sie sprechen, in anderen wiederum versteht man sie nicht gut.
    Und genau das macht eben gute Raumakustik auch für Lautsprecherwiedergabe aus. Im kleinen Raum hat man kaum die Möglichkeit diese optimal zu gestalten und muss Kompromisse eingehen.

    Nach meiner Hör-Erfahrung klingt auch eine sehr trockene Aufnahme in meinem sehr trockenen Hörraum immer besser als mit mehr Nachhall.

    Mein Credo lautet also:
    Den akustischen Amoklauf des Hörraums so weit wie irgend möglich unterbinden!
    Ich will hören, was auf der Aufnahme ist - nichts sonst! Und das ist sehr viel. Viel mehr als die meisten Hörer ahnen.
    Nur in einem stark bedämpften Hörraum kommt die wahre Qualität der Aufnahme zum Tragen.
    Ich sehe die NHZ in gewissen Rahmen auch als Geschmacksache.
    Und oft sind Absorber auch einfacher zu machen als Diffusoren.

    Hätte ich allerdings die Wahl dann würde ich einen Hörraum mit ausschließlich Diffusoren wollen. Das ergibt dann wenn mans richtig macht ein "echten" Diffusfeld im verhältnismäßig kleinen Raum.
    Hier z.B. sieht man was da bedeutet. Keine Ahnung was das kosten würde. Gewicht ca. 40 Tonnen MDF allein!!!!


    http://mobile.blackbirdstudio.com/studio-c

    .....
    Der letzte Punkt stimmt zwar, allerdings macht eine gute Anlage auch die guten Eigenschaften einer Aufnahme besser hörbar. Und DIESER Effekt überwiegt.
    JEDE Aufnahme - auch eine schlechte - klingt über eine gute Anlage in einem guten Raum besser!
    ALLE Aufnahmen sind besser als ihr Ruf!
    Sehe ich grundsätzlich ähnlich.
    Wobei ich hier sehr gut trennen kann. Aufnahme = subjektiv. Anlage = objektiv.

    mfg
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  8. #18
    Administrator Avatar von Plüschus
    Registriert seit
    21.11.2011
    Ort
    Neumünster
    Beiträge
    4.770
    Dickes Lob

    an alle hier im thread Schreibende . Sehr gut und sehr informativ !

    Gruß Thomas
    Es kommt anders , wenn man denkt !

    Keine Angst vor Flüchtlingen !




  9. #19
    Hallo Schauki!

    Der Haupt-"Nachteil" meiner Vorgehensweise, den ich aber überhaupt nicht als solchen empfinde:

    Ein extrem fokussierter Sweetspot.
    Aber nur so lässt sich die bei mir zu hörende Abbildungsgenauigkeit erreichen.

    Je mehr der Sweetspot aufweicht, desto ungenauer wird die Abbildung.
    Eine breite Hörzone und eine ultrascharfe Abbildung sind mit klassischem Stereo nicht erreichbar. Wer das Gegenteil behauptet, hat noch keine wirklich genaue Abbildung gehört.

    (BTW: Hier sei nochmal auf den Unsinn hingewiesen, bei Vorführungen für mehrere Hörer diese in die Breite nebeneinander zu setzen. Sieht man auf jeder Messe.
    Das macht den Raumeindruck kaputt. Wenn schon mehrere Menschen zuhören sollen, müsste man die Hörzone eher längs als quer ausrichten.
    Heißt also, die Hörer müssten hintereinander sitzen.)

    Dass ein guter Diffusschall den Raumeindruck der AUFNAHME erhöhen (ich sage bewusst nicht: verbessern) kann, leuchtet schon ein. Habe ich ja oben auch geschrieben.
    Es bleibt aber dabei: Das wäre eine zusätzliche Komponente, die nicht auf dem Tonträger enthalten ist.
    Eine saubere Aufnahme, die die gut 2 Sekunden Nachhall aus dem Concertgebouw in Amsterdam geschickt einfängt, braucht keinerlei Unterstützung durch zusätzliche Hallanteile des Raumes.
    In einem furztrockenen Hörraum erklingt dann der Nachhall des Concertgebouws.
    Alles, was der Hörraum noch hinzufügt, verändert eben jene originale Information.

    PS: Ich gehe davon aus, dass in deinem schönen Foto-Beispiel durch die schiere Menge der langen und nah zusammen stehenden Stäbe die Wirkung auch die eines Absorbers erreicht.
    Die Nachhallzeiten in diesem Studio dürften ebenfalls sehr niedrig sein.
    Geändert von Eusebius (07.01.2016 um 12:07 Uhr)

  10. #20
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    17.01.2012
    Beiträge
    282
    Ist ein RAR deiner Meinung nach der optimale Hörraum?

    Ich habe selbst noch nicht in einem RAR 2 Kanal Stereo gehört,und in einem diffusen wie im Blackbird Studio auch nicht.

    Ich kenne nur Untersuchungen zu dem Thema bei denen eine gewisse Diffusität bzw. das Vorhandensein von Reflexionen von den Hörern bevorzugt wird. Klar ist das auch subjektiv. Rein technisch ist der RAR schon das Optimum.

    mfg

+ Antworten
Seite 2 von 20 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein