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Thema: Ludwig van Beethoven

  1. #1
    Rastelli Avatar von claus B
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    Ludwig van Beethoven

    Hallo,

    einer meiner Säulenheiligen! Ich hatte Zeiten,da habe ich die "Neunte" ständig gehörtund deshalb besitze ich heute sei es "Schallplatte oder CD" sehr viele Aufnahmen alleine von diesen Werk.

    Auch zum Thema Beethoven würde ich mich über viele Beiträge hier sehr freuen!

    Lebenslauf von Ludwig van Beethoven

    Ludwig van Beethoven wurde 1770 in Bonn geboren, damals noch eine unbekannte Kleinstadt. Er stammte aus einer Musikerfamilie. Vater und Großvater waren Sänger im kurfürstlichen Orchester. Sein Vater war sehr ehrgeizig: Am liebsten wollte er aus seinem Sohn ein Wunderkind wie Mozart machen. Schon mit vier Jahren musste der kleine Ludwig, auf einem Stuhl stehend, Klavier spielen. Oft wurde er nachts zum Üben vom betrunken heimkommenden Vater aus dem Schlaf gezerrt.

    Als Ludwig van Beethoven 12 Jahre alt war, hatte der Vater die Familie so weit in den Ruin getrieben, dass Ludwig mitverdienen musste - zunächst als Gehilfe seines Lehrers, des Hoforganisten Christian Gottlob Neefe, dann als kurfürstlicher Hilfsorganist mit 150 Gulden Monatsgehalt.

    Mit 17 Jahren reist Beethoven in die österreichische Hauptstadt Wien, damals das kulturelle und musikalische Zentrum Europas. Er soll bei Wolfgang Amadeus Mozart studieren. Doch die Reise steht unter keinem guten Stern. Zwar sagt ihm Mozart eine große Zukunft voraus, aber schon nach wenigen Wochen erfährt Beethoven, dass seine Mutter todkrank ist, und kehrt nach Bonn zurück.

    Die Mutter stirbt. Zur Trauer über ihren Tod und der Enttäuschung über die verpasste Chance in Wien kommt eine weitere Last hinzu. Weil der Vater inzwischen gänzlich dem Alkohol verfallen ist, muss Beethoven für die Familie sorgen. Glück im Unglück: Er macht die Bekanntschaft einer reichen Witwe, deren Kinder er unterrichtet und die ihn einflussreichen Persönlichkeiten vorstellt.

    Sein außergewöhnliches Talent erregt die Aufmerksamkeit des österreichischen Komponisten Joseph Haydn, der ihn 1792 nach Wien einlädt. Beethoven nimmt das Angebot an und kehrt Bonn für immer den Rücken.

    Im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts wartete man nur auf jemanden wie Beethoven. Wolfgang Amadeus Mozart war 1791 gestorben und die Musikliebhaber der Stadt brauchten ein neues Idol. Schnell wurde Beethoven ein gefragter Künstler, und man war bereit, für seine Kompositionen, seine Veröffentlichungen und seinen Unterricht zu zahlen, was er verlangte.

    Als gefeierter Star und kurz davor, auch internationale Berühmtheit zu erlangen, verdiente Beethoven mehr als alle anderen Künstler seiner Zeit. Doch eine Wolke verdunkelt den Horizont. Beethoven bemerkte, wie sein Gehör immer schlechter wurde. Er konsultierte eine Vielzahl von Ärzten, die ganz unterschiedliche Diagnosen stellten, aber alle das Gleiche voraussagten: Die Schwerhörigkeit sei unheilbar und würde bis zu völliger Taubheit voranschreiten. Für Beethoven eine traumatische Erfahrung, die ihn 1802 an den Rand des Selbstmords trieb. Er wurde mürrisch und argwöhnisch, neigte immer mehr zu sinnlosen Zornesausbrüchen und zog sich zunehmend von den Mitmenschen zurück.

    Beethoven blieb zeit seines Lebens Junggeselle. Zwar äußerte er häufiger den Wunsch zu heiraten, schreckte dann aber doch immer wieder davor zurück. Mit 30 Jahren verliebte er sich in die Gräfin Giulietta Guicciardi, aber Standesunterschiede machten eine Heirat unmöglich. Die Gräfin heiratete einen anderen. Daraufhin soll er er ihrer Cousine Josephine drei Jahre lang den Hof gemacht haben, aber auch ihre Familie war gegen eine solche Verbindung. Drei Jahre später war es Therese Malfatti, die Tochter eines seiner Ärzte, in die er sich verliebte. Doch Beethoven war unentschlossen und konnte sich zu keinem Heiratsantrag durchringen. Abgesehen von einigen glühenden Liebesbriefen an eine 'unsterbliche Geliebte', geschrieben um 1812, scheint es, als habe er sich mit dem Junggesellenleben abgefunden.

    Der Kontakt zu seiner Familie in Bonn jedoch war nicht abgebrochen. 1815 starb sein Bruder Caspar. Er hatte die Vormundschaft für seinen 9jährigen Sohn Karl seiner Frau Johanna und Beethoven übertragen. Beethoven, der Johanna nicht sonderlich schätzte, versuchte, ihr die Vormundschaft entziehen zu lassen. Nach einem dreijährigen Rechtsstreit wurde Johannas Vormundschaft auch tatsächlich annulliert. Doch Beethoven, der abwechselnd äußerst streng und sehr nachgiebig war, eignete sich nicht als Vormund. Karl litt darunter, geriet auf die schiefe Bahn und unternahm schließlich einen Selbstmordversuch.

    Obwohl Beethoven hervorragend verdiente, lebte er in einem verfallenen Haus in Heiligenstadt bei Wien. Wegen seiner Taubheit zog er sich mehr und mehr von den Menschen zurück. Zwar dirigierte er immer noch seine eigenen Kompositionen. Den Applaus konnte er nicht mehr hören. Komponieren konnte er auch weiterhin, denn er brauchte dazu kein Instrument. Er hatte die Töne im Kopf. Jedoch verwendete er soviel Sorgfalt auf seine Kompositionen, dass er sie oft zu spät fertig stellte. Die Missa Solemnis, eine Messe zur Inthronisation des Erbischofs von Ölmütz 1820, wurde erst 1823 fertig.

    Sein letztes Werk, ein Streichquartett, vollendete er 1826. Er starb am 26. März 1827, wahrscheinlich an Leberzirrhose. Am Tag seiner Beerdigung blieben die Schulen in Wien geschlossen. 20000 Menschen gaben ihm sein letztes Geleit.

    Beethoven war sein Leben lang ein Rebell gewesen. Mit seinem Aufbegehren gegen die Form und seiner Konzentration auf die persönliche Aussage in der Musik schlug er die Brücke von der Klassik zur Romantik.
    Gruß

    Claus
    Geändert von claus B (03.01.2012 um 22:27 Uhr)
    "Die heutige politische Klasse ist gekennzeichnet durch ein Übermaß an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermaß an Geilheit, in Talkshows aufzutreten."

    Zitat: Helmut Schmidt Altkanzler

  2. #2
    Meine ganz persönliche Beethovensicht - und wie sie sich im Laufe der Jahre gewandelt hat:

    Begonnen hat es in der Oberstufe.
    Eines Tages standen Beethovens 5. Sinfonie und sein 5. Klavierkonzert auf dem Lehrplan. Bei mir und nur noch einem weiteren Klassenkameraden war dies der Start einer lebenslangen Klassik-Liebe.
    Die anderen haben damals weiter Rolling Stones und Beatles gehört.
    Ich erinnere mich noch, dass ich im Musikunterricht ein Referat über die dritte Sinfonie, die Eroica, gehalten habe.

    Erst nach und nach habe ich die anderen Werke Beethovens in den verschiedenen Gattungen kennen gelernt.
    Als Chortenor habe ich die "Neunte" mehrfach gesungen. Für Sänger ist das Stück äußerst undankbar. Beethoven hatte wenig Gefühl für die "Singbarkeit" seiner Musik und nahm da auch keinerlei Rücksicht.
    Ganz anders ist das z.B. bei Brahms, dessen Werke sich sehr gut singen lassen.

    Die "Neunte" steht bei mir übrigens nicht so hoch im Kurs wie bei vielen anderen Musikliebhabern. Das gilt für allem für den Schlusssatz mit der berühmten Ode an die Freude. Ich höre da z.B. durchaus Schwächen in der Instrumentierung. Da begeistern mich die ersten Sätze der Sinfonie schon mehr.
    Das geht mir übrigens mit der berühmten und äußerst beliebten Siebten genau so. Für mich hat sie einige Längen und Redundanzen.
    In den vergangenen Jahren habe ich seine ersten beiden Sinfonien besonders schätzen gelernt. Die höre ich sehr gerne.
    Selbiges gilt für die ersten beiden seiner fünf Klavierkonzerte. Für mich stehen sie zu Unrecht im Schatten der drei späteren Konzerte.

    Wenn ich eine (wie gesagt: subjektive) Reihenfolge seine Schaffens angeben sollte, dann stünden für mich die Streichquartette an erster Stelle. Das ist großartige Musik voller Überraschungen, Tiefgang und Größe. Allein mit diesem Kosmos kann man sich jahrelang beschäftigen.
    Dann folgen die Klaviersonaten. Das Adagio aus der Hammerklaviersonate gehört zu den ergreifendsten Stücken, die ich kenne.
    Erst dann kommen die Sinfonien und Konzerte.
    Gerne höre ich auch seine Violin- und Cello-Sonaten.
    Ein weiterer - anstrengender - Gipfel, den man auch als Hörer nur selten erklimmen kann, ist die Missa Solemnis.

    Für mich begann alles mit Beethoven, und es wird auch mit ihm enden.
    Das ändert natürlich nichts an meiner Liebe zu Brahms, Bruckner, Mahler, Bach, Händel, Haydn, Mozart, Chopin, Prokofiev, Rachmaninov, Strawinsky usw usw.......
    Geändert von Eusebius (04.01.2012 um 14:04 Uhr)

  3. #3
    Hi Claus & Rainer!

    Tolle Idee, hier im Forum etwas klassische Musik einfließen zu lassen.

    Bitte - wie schon bei Gustav Mahler geschehen - die Lieblingsaufnahme(n) mit hinzufügen.

    Danke und Gruß!
    Daniel

  4. #4
    Schildkröt Avatar von Willi
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    736
    Da läuft zz. auf ZDF.kultur.de seit einigen Tagen eine Sendefolge ... ::

    http://www.tvtoday.de/programm/?form...arch=beethoven

  5. #5
    Joerg-Thomas
    Gast
    Hi,

    von Beethoven besitze ich mittlerweile ebenfalls alle Sinfonien.
    Es sind die vielbeachteten und hochgelobten Einspielungen der
    Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von
    Paavo Järvi. Ebenfalls von RCA/REED SEAL/SONY und auch
    wieder als Mehrkanal-Hybrid-SACDs.
    Grandiose Einspielungen und klasse Klang (Mehrkanal).

    Joerg-Thomas

  6. #6
    Bin gerade eher zufällig hier reingestolpert. Schade, dass der Wunsch von Claus sich nicht so recht erfüllen will, dass hier über diesen außergewöhnlichen Komponisten ein reger Austausch stattfinde.
    Meine Beethovenzeit begann auch eher später. Nunmehr habe ich etwa 30 x die Beethovensymphonien von diversen Dirigenten und Orchestern. Hört sich viel an, ist aber gar nicht so viel. Wenn man allein die vier Karajan Zyklen abzieht, wird's schnell übersichtlich. Für jeden Dirigenten ist eine Runde Beethoven sozusagen das Gesellenstück.
    Aber: Es gibt nicht eine einzige Neunte, wo Chor und Orchester gleichermaßen gut sind. Für mich am nächsten dran ist die 62 er Karajan und der Luzerner Furtwängler. Neuere Produktionen sind durchweg "flotter". Järvi hat hier mit den Bremern einen ausnehmend mitreißenden Zyklus aufgenommen. Sehr empfehlenswert im Gegensatz zu den Hybrid SACDs (Studioproduktion) sind hier die Blurays vom Bonner Beethovenfestival, wo die Bremer in drei Tagen alle Symphonien gegeben haben. Klanglich und optisch ein Sahnestück, einfach weil live!
    Aber der Olymp kompositorischen Schaffens ist für mich eindeutig das KK Nr 5. Hier natürlich unerreicht die Wiener 1981 mit Arturo Benedetti Michelangeli und Carlo Maria Giulini.

    Peter

  7. #7
    Hallo Peter,

    Liveaufnahmen sind immer besser. Ich habe auf Arte Auszüge und Interviews mit Paavo Järvi gesehen.
    Aber a ich keinen BuRay Player besitze und mir auch nicht anschaffen werde sind die SCDs für mich 1.
    Wahl. Auch genieße ich die Musik meist mit geschlossenen Augen. Selbst bei Liveaufzeichnungen wie
    erst kürzlich auf 3Sat die Eröffnung der Schleswig-Holstein Konzerte.

    Grüße

    Joerg-Thomas

  8. #8
    Hallo Joerg,

    ich will auch nicht sagen, dass die SACD schlecht sind. Ich habe ich auch vertan, es sind DVD, nicht Bluray. Diese Interviews sind Bestandteil der DVD Reihe, es gibt da eine extra Doku DVD. Nun bin ich als Einwohner Bremens natürlich sehr nah dran an Orchester und Dirigent, da wir ein Konzertabo haben. Ich habe übrigens auch den kompletten Zyklus auf Vinyl, der noch einmal anders gemastert wurde, selbstredend auch vom Meister himself handsigniert :-)

    Peter

  9. #9
    Hi Peter,

    stark. Handsigniert.
    Hörst Du eigentlich in Mehrkanal?

    Grüße

    Joerg-Thomas

  10. #10
    Nein, ich habe das alles ausprobiert. In der Nachsicht halte ich das allerdings für Kokolores, Marketing-Geschwurbel und Effekthascherei. Das Orchester ist im Konzerthaus vorne und nicht oben, unten, hinten, seitlich. ich bin wieder bei klassischem Stereo.

    Peter

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