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Thema: Russische Ölpapier Caps in meiner Mitteltonweiche... nie mehr ohne !

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Russische Ölpapier Caps in meiner Mitteltonweiche... nie mehr ohne !

    Hallo,


    in letzter Zeit bin ich ja hauptsächlich zum Leser dieses Forums mutiert... bin aber immer noch da und geniesse zurzeit die Musik mehr als je zuvor !

    Einen Grund dafür wollte ich euch unbedingt mal vorstellen.



    Vor einiger Zeit hatte ich mal die ´Minimalweiche´ meiner LS vorgestellt wo ich versucht habe mit sowenig Bauteilen wie möglich auszukommen.

    Andererseits gilt es aber mit ca. 110 uF einen recht heftigen Kondensator zu ´bauen´ damit eklige Tieffrequenzen von den Mitteltonbändchen der Apogee fernbleiben......


    Angefangen hatte ich mal mit den garnicht schlecht beleumdeten ´normalen´ also weissen 100 uF Mundorf Mcaps, zusammen mit nem 10uF Mundorf Silber/Öl.

    Das war..... ok, mehr aber auch nicht. Faszination ist anders.

    Daraufhin hab ich mit so einigen Kondensatoren experimentiert. Will das jetzt nicht alles wieder aufwärmen. Interessierte können hier: http://www.hoerspass.net/forum/showt...=minimalweiche

    einen der letzten Stände einsehen.


    Was mich aber letztlich zufrieden gestellt hat, weil es die Mitten einfach für mich sensationell natürlich, räumlich offen und .... jetzt kommt das neue für mich, mit TEXTUR darstellt ist die Verwendung von einigen Russischen Ölpapier Kondis !

    Vorher war es oft so das etwa bei nicht nah mikrofonierten Aufnahmen häufig leichte ´Engegefühle´ aufkamen. Es klang dann so als wenn es kaum noch Abstufung zwischen einzelnen Schallquellen gebe und dieses leicht ´gepresste´ wollte ich nicht den Lautsprechern oder anderem anlasten. Wie es sich gezeigt hat lag ich damit absolut richtig...............



    Durch einige Internet Recherche bin ich dann auf Ölpapier Kondensatoren aufmerksam geworden.

    Deren ´Spezialgebiet´ ist eine sehr natürliche Mittendarstellung mit, ich zitiere jetzt mal aus dem englischen weil ich nicht weiss ob ich es in deutsch besser beschreiben kann:´lot´s of Texture`.

    Dazu sind diese Kondensatoren im Vergleich zu neuer ´Bouquet´ Ware von Mundorf, Duelund etc. schweinegünstig !


    Die ´Geheimwaffe´ was Mitteltonklang angeht sind dabei die K75-10B !



    Diese grünen Becher klingen im Mitteltonbereich für mich dermassen genial das ich sie garnicht genug empfehlen kann. In einer Klangbeschreibung stand was von ´added Texture´. Und so empfinde ich das auch ! Einfach völlig natürlich unangestrengt und ultraweit aufgefächert !

    Letztlich sind dazu noch ein paar andere sehr gute russische Kondis dazugekommen zusammen mit ein paar Bypass Caps um letztlich auf die 110 uF zu kommen.


    Auf folgenden Bildern sind folgende Kondensatoren zu sehen: 1. Russen Kondis: 2 mal K75-10 je 10 Uf, 3 mal MBGCH-1 je 10 uF, 1 mal OMBG-2 15uF.

    2. 1 mal Mundorf Mcap Evo Oil 33uF, 1 mal Mundorf MCap Silber Öl 10 uF

    3. Bypass Caps: 2 mal VCap Teflon, 2 mal REL Polystyrene, 2 mal MKP 1837, 4 mal Clarity Cap MR 1 uF


    Wie zu sehen ist bilden den Grossteil der Kondensatoren der Mitteltonweiche Öl Kondensatoren. Sie prägen den Klang massgeblich auf eine für mich mit Polypropylen Typen nie erreichte Art und Weise.

    Die unten ´liegenden´ Obligatos laufen nicht mehr mit (auch der rote Polypropylene Kondensator). Sie klingen zwar sehr warm und entspannt, aber auch sehr geschliffen und ´langsam´..... Den Obligatos fehlt IMO das ´Anmachende´ oder auch ´Greifbare´. Sie schleifen die Konturen zu sehr rund. Das klingt die ersten Stunden wenn man von von etwas ´spitz´ klingenden Polypropylens wechselt erstmal gut. Mit der Zeit hab ich aber gemerkt das die Obligatos doch nicht mein Fall sind.

    Anders die angesprochenen Ölpapier Teile ! Wer also die Möglichkeit und den ´Antrieb´ hat seine Frequenzweiche zu tunen dem seien speziell die K75-10 und auch die MBGCh-1 sehr empfohlen. Speziell im Mittelton finde ich sie ´magisch´ !!

    Was die Preise angeht so geht etwa ein Pärchen K75-10 in 10uf für gerade mal ca. 15 Euro über die Theke !! (Natürlich gibts die kaum in Deutschland, meine kommen von einem bulgarischen Händler)





    []


    Eine weitere Erfahrung die ich bei meinen Experimenten mit der Weiche gemacht habe ist, das es Sinn macht durchaus mehrere Arten von Kondensatoren zu verbauen sowie auch die Werte zu variieren.


    So, hoffe einigen ein paar Anregungen geliefert zu haben. Fragen und Kommentare sind natürlich willkommen !


    Viele Grüße,

    Stefan
    Geändert von Stefan (29.08.2016 um 22:39 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Stefan,
    das ist ja einiger Aufwand und im Ergebnis ein Haufen 'bunter' Passivteile.
    Man könnte da auch über eine Aktivierung nachdenken, wenn denn die
    Kondensatoren subjektiv einen solchen Einfluss haben.

    Gruß Mart

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Hallo Mart,

    natürlich ist eine Aktivierung eine weitere Alternative die bei sehr guter Umsetzung weitere Vorteile bieten kann. Im Fall der Fullrange ist da aber einiges zu beachten wegen ihrer speziellen Anforderungen.

    Diese Massnahmen gehen dann mächtig ins Geld wenn sie
    ein besseres Ergebnis als die Monoamplösung bringen sollen.
    Sollte auch komplett symmetrisch sein mit ner sehr guten Aktivweiche und 4 potenten ! und sehr gut klingenden Amps....
    Unter 5 Tausend kommst du da kaum raus.

    'Irgendeine' Aktivlösung nur um des aktiven Willen kommt darum nicht in Frage und klingt sicher nicht besser als die jetzige Ausbaustufe !

    Mir fehlt da zurzeit nichts mehr zum Glücklichsein.


    Viele Grüße,
    Stefan

  4. #4
    Hi Mart,
    damit gehe ich Stefan schon seit Jahren "auf den Keks".

    Ich wundere mich übrigens nicht, daß die Kondensatoren so "auffällig" sind. Es folgt zwar noch ein Übertrager, aber die "Alustreifen im Kurzschlussbetrieb" ziehen nun mal wirklich nennenswerten Strom.
    So sind die möglichen Effekte durch die Bauteile davor, sicher noch mal deutlicher.
    Auch bei einer Aktivierung, die Übertrager im Hoch- und Mittelton müssten bleiben.

    Und es wäre eine komplette, neue Konstruktion, mit unendlich vielen neuen Möglichkeiten, aber genau so viele Möglichkeiten, etwas falsch zu machen. Und ob es dann aktiv besser gefällt, ist nicht gesagt und ein Versuch wäre zu aufwändig, um das "mal eben" zu testen.

    Und Stefan, ich hoffe, die Russen-Dosen enthalten kein PCB. Wie alt sind die?


    l.G.
    Detlef


    P.S.
    Ah, hat sich überschnitten, lass ich aber stehen.

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Hi Derlef !

    zum Alter kann ich nicht viel sagen. Ist aber definitiv new old stock !

    Ölpapier Caps sind aber laut allen Quellen die ich kenne nie mit PCB haltigen Imprägnierungen versehen worden laut allen Quellen die ich dazu kenne. Bei ein paar anderen Typen kann das schon sein.. Sie weisen aber auch keinerlei Lecks auf und ich hab nicht vor sie mal aufzusägen....

    Klanglich sind sie jedenfalls im Mittelton spitze. Das erstaunliche ist das sogar der Bassbereich merklich profitiert.


    Viele Grüße,

    Stefan

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Heute hatte ich nochmal ein Aha Erlebnis das mich bestärkt hat mit den Ölpapier Dosen die endgültig richtige Wahl getroffen zu haben was die Wahl der Kondensatoren in der Mitteltonweiche angeht.....

    Ich hab nach längerer Zeit mal wieder Klassik laufen lassen, darunter ein paar wirklich 'fiese' Stücke.
    Und zum eigentlich ersten Mal konnte ich Klassik wirklich geniessen und mich fallen lassen ! Bisher waren da immer wieder
    Abschnitte dabei gewesen wo es zu 'eng' wurde........

    Mit den Ölern ist alles tutti und nichts holt mich mehr aus der Illusion heraus. Ganz grosses Kino !!

    Wer die Russen Öler nicht möchte und was ähnliches sucht könnte auch zu Ampohm, Rike oder ähnlichen Herstellern ausweichen. Dort gibts Öler auch aus neuer Produktion. Aber auch zu einem 'Neupreis' den ICH nicht zahlen würde, denn ich bezweifle mal das die neuen Öler'besser' tönen als meine.......


    Viele Grüße,

    Stefan

  7. #7
    Hallo Stefan!

    Welche Klassik-Stücke waren das?

    Gruß!
    Rainer

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Hallo Rainer !

    die hier: 61n-rryPotL._AC_US160_.jpg und... 61uAzyaw2WL._AC_US160_.jpg 41JVSVX8FSL._AC_US160_.jpg Bildquelle: Amazon


    wobei sicher nicht alle perse ´schwierig´ sind. Für mich war der Zugang zu Klassik bisher aber etwas holprig weil ich mit der Raumdarstellung in der Tiefe nicht viel anfangen konnte wie ich dachte. Etwas hat mich immer gestört und keine Hörfreude aufkommen lassen. Jetzt glaub ich aber das Polypropylen Kondensatoren bei mir alle zumindest in bestimmten Bereichen oder auch nur bei bestimmtem Material irgendwie ´gepresst´ klingen. Anders kann ich es nicht beschreiben......

    Die Olpapier Teile sind in der Hinsicht aber total anders und lassen nie den Eindruck von Enge aufkommen. Bin grade total begeistert !


    Viele Grüße,

    Stefan

  9. #9
    Danke, Stefan!
    Die Aufnahme des Feuervogels ist von sensationeller Qualität!

    Gruß!
    Rainer

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Lächeln

    Hallo Rainer,

    Ja und mit üppigen Dynamiksprüngen...

    Die Scheibe mit Anne Sophie Mutter ist nicht minder beeindruckend.
    Gerade läuft 'Peer Gynt' dirigiert von Paavo Järvi.

    Auch diese Aufnahme ist klasse, war aber bisher stressig weil sich einige Bereiche zu sehr in den Vordergrund gedrängt hatten und darum genervt haben, speziell die Violinenparts.

    Das ist aber jetzt Geschichte......


    Viele Grüße,

    Stefan

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