Habe mir mit meinem jüngeren Sohn die Fernseh-Adaption von Schirachs Theaterstück gestern im TV angesehen.
Auch ich hätte genau wie er auf Freispruch plädiert. Die absolute Position des Verfassungsgerichts, man dürfe Menschenleben nicht gegeneinander aufRechnen, halte ich für falsch.

Ich halte die Entscheidung des Kampf-Piloten die Passagier-Maschine abzuschießen für die einzig richtige und auch einzig realistische Möglichkeit.

Dies zeigt m.E. ein Gedankenspiel, das leider weder im Film noch in der anschließenden Diskussion mit den ehemaligen Ministern Baum und Jung zur Sprache kam:

Man denke sich, der Pilot hätte dem Befehl gehorcht und nicht geschossen.
Er wäre weiter neben der gekaperten Passagiermaschine her geflogen und hätte dann zugesehen, wie sie in den Sinkflug Richtung Stadion geht und kurz darauf dort zwischen zigtausenden Menschen aufschlägt. Dann wären sowohl die Passagiere als auch die Fußballfans im Stadion tot.

Ein solches Verhalten des Kampfpiloten ist doch undenkbar! Das würde keiner tun!
Jeder würde in allerletzter Sekunde ein solches Szenario noch verhindern wollen.

Ebenfalls nicht ausreichend berücksichtigt wurde m.E. ein schlagendes Argument:
Wenn nicht geschossen werden darf, weil dadurch Unschuldige sterben müssten, wäre der Staat gegen Terrorangriffe mit unschuldigen Geiseln machtlos.
Das darf nicht sein!

Mit seiner eigenmächtigen Entscheidung die Passagiermaschine abzuschießen hat der Kampfpilot richtig und menschlich (!) gehandelt.
Ihn dafür zu bestrafen, wäre falsch.