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Thema: Zu Besuch bei Eusebius....

  1. #1
    Moderator Avatar von chris feickert
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    Zu Besuch bei Eusebius....

    Hallo,

    Jahre, wenn nicht gar gefühlte Jahrzehnte war es her, daß ich Rainer zusagte, ihn zu besuchen um seinem Ensemble in der Dach-Lounge zu lauschen. Die Jahre kamen, die Jahre gingen und jedes Mal, wenn ich an der Abfahrt Langen Richtung Norden - aber auch gen Süden - vorbeifuhr, wurde mein Gewissen trüber und schlechter...

    Unter dem frischen Eindruck des Ablebens meines Großonkels - der just in unserem letzten Urlaub verstarb und ich das vorher auch noch ahnte, dass es so kommen würde - brach sich die (eigentlich umfänglich vorhandene) Erkenntnis Bahn, dass man Dinge nicht aufschieben sollte. Nicht dass ich mit dem akuten Verlust des Besuchten noch meiner Einer rechnen oder selbigen fürchten würde, aber man sollte doch einfach sich die Zeit nehmen. Und einer meiner Wahlsprüche ist nun mal: "Die Zeit, die ich nicht habe, nehme ich mir gerne!"

    Also so begab es sich letzten Freitag, dass ich den Anlass des Sommerfests bei Claus ergriff und endlich bei Rainer eine Stippvisite einplante. Hier nochmals meinen herzlichen Dank an Rainer für den netten Empfang und die Zeit, die er sich für mich nahm.

    So, nun aber zum wesentlichen dieses Beitrags. Wir alle hier kennen ja hinreichend viele Bilder, wie Rainer seine Klangoase gestaltet hat. Hier aber führt der alte Spruch, wonach Bilder mehr als 1000 Worte sagen, in die Irre - man muß es selbst erlebt, gespürt und erfahren haben...

    Rainer hat mit einer unglaublichen Liebe zum Detail sich der Akustik seiner "Hör-Lounge" angenommen und mit tollen Ideen und pfiffigen Lösungen etwas auf die Beine gestellt, das sich abseits des Mainstreams positioniert und als Ganzes raumakustisch exzellent funktioniert - Chapeau! Ja, der Raum ist extrem trocken, nochmals trockener als ich das bei mir hier habe (bei mir im Mittel ca. 200 ms T60 bis hinab zu ca. 100 Hz) und das mag sicherlich vielen im ersten Augenblick nicht gefallen. Es dauert ein paar Augenblicke, bis man sich daran gewöhnt hat, dann aber "stört" es überhaupt nicht (mehr). Meine Meinung ist, dass man sich sowas auch in Ruhe anhören muss und das habe ich getan.

    Über Rainer's Setup hier zu berichten ist mbMn (=meiner bescheidenen Meinung nach) nicht weiter notwendig - das ist an anderer Stelle (besser) nachzulesen und meine Schilderung bezieht sich auf den Stand Anfang Juli 2018 mit den drei Basis 14K/P. Das Stereo-Dreieck spannt ziemlich genau die idealen 3 Meter Kantenlänge auf, was auch meiner Erfahrung nach ein Optimum bei der 901K entspricht. Die genaue Titelfolge erinnere ich nicht mehr, aber bereits die ersten Takte Musik ließen mich aufhorchen. Abbildung der (Phantom)Schallquellen, wie auch die Natürlichkeit der Wiedergabe waren atemberaubend. Hier zeigt die 901K, wozu sie - flankiert von den Subwoofern - in der Lage ist. Sieht man 5 Bässe dieser Bauart in Summe vor sich ist der erste Gedanke "Jetzt erschlägt es mich gleich", was aber in der Realität ausblieb. Ich habe ja meine eigenen Erfahrungen (siehe meinen Beitrag über die von mir so titulierte 799) mit vielen Bässen und viel Fläche und Verschiebevolumen und wurde hier wieder in meiner Meinung bestätigt. Rainer hat die Mittenanordnung der Bässe gewählt, was wohl das Optimum in seinem Raum darstellt. Ehrlicherweise kann ich mir schwerlich vorstellen, dass das "noch" besser gehen könnte. Kontrolle, (weder überzogene, noch überzeichnete) Prägnanz und sowohl messerscharfe, wie auch natürliche Abbildung und Darbietung erreichen den Hörer am dedizierten Hörplatz, unabhängig von gewählten Musikmaterial. Kleine Besetzungen, Vocal, Rock, Pop, große Orchester - diese Kette reproduziert, was auf dem Tonträger vorhanden ist. Jedwede "Unsauberkeit" in der Produktion wird entlarvt (ok, es gibt manchmal - speziell bei Vocal-Aufnahmen - die Tendenz, eine Aufnahme quasi überpräsent einzuspielen, was nicht immer meinem Gusto entspricht, aber durchaus interessant sein kann). Gerade bei Kunsthall wird oftmals geaast und solche "Inkongruenzen" in der Produktion gibt es dann auch auf dem Silbertablett. Gleichwohl verblüffen auch alte Aufnahmen aus den Sechzigern (Wagner's Ring der Nibelungen, auch hier anderweitig im Forum von Rainer beschrieben) mit einer Transparenz und Intensität, die ihresgleichen sucht.

    Fazit: War das gut? Ja, das war sogar Spitze! Rainer's Kette gehört für mich mit zum besten, was ich in meinem Leben bis jetzt hören durfte und meine ehrliche Meinung ist, dass es schwerlich nur (objektiv und in der Summe des Gesamten) besser geht. Wer immer vom Hausherren die Möglichkeit gewährt bekommt, sich das in Ruhe anhören zu dürfen, ist ein Thor, täte er es nicht.

    Rainer, nochmals - CHAPEAU!

    Reihum einen schönen Tag, Euer Chris
    ---------------
    ...der mit dem Vinyl tanzt......

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  2. #2
    Hallo Chris!

    Ich danke dir für deinen Besuch! Es war schön.
    Und ich danke dir natürlich für deine freundlichen Worte!
    So etwas aus deinem Munde zu hören ist mir eine besondere Freude und Belohnung.

    Gruß!
    Rainer

  3. #3
    Moderator Avatar von chris feickert
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    Hallo Rainer,

    es war mir eine Ehre bei Dir und ich schrieb nichts als die Wahrheit - dazu brauchte es keines spirituellen Beistands; der wäre in dem Fall eher hinderlich gewesen.

    Dir noch einen schönen Tag, Chris

    PS: Auf Deine Arbeit kannst Du wirklich stolz sein!
    ---------------
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  4. #4
    Rastelli Avatar von claus B
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    Ich höre mir das ganze mal am Samstag an.

    LG

    Claus
    "Die heutige politische Klasse ist gekennzeichnet durch ein Übermaß an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermaß an Geilheit, in Talkshows aufzutreten."

    Zitat: Helmut Schmidt Altkanzler

  5. #5
    Sehr schöner, offener Hörbericht. Ich durfte schon mehrmals bei Rainer hören und war immer äußerst angetan von dem, was ich dort zu hören bekam. Rainer hat es mit viel Liebe zum Detail, mit Akribie in der Umsetzung und mit wirklich unglaublichen Geschick in der Umsetzung pragmatischer Lösungen geschafft, ein Gesamtresultat zu schaffen, das seiner Hörpräferenz entspricht. Und ich darf sagen, es gefällt offensichtlich auch anderen. Muß mir irgendwann auf mal den neusten Stand anhören und weiß jetzt schon, daß es wieder mal außergewöhnlich sein wird. Ich denke, er hat aus den gegebenen Bedingungen dort das herausgeholt, was man herausholen kann. Die fortschreitende Entwicklung zeigt das auch.

    Ich lese solche Berichte gerne, weil sie zeigen, wie jemand sich einen kleinen Traum verwirklicht. Dazu kann ich Rainer auch nur beglückwünschen.

  6. #6
    Wen`s interessiert: Hier unsere Playlist

    Sade: No Ordinary Love
    King Singers: Eleanor Rigby
    Fujiama: Track 3
    Bizet: Jeux d`enfants, Concertgebouw Orchestra, Haitink
    Kari Bremnes: Kanskje (von der CD Higend 2018)
    Ferenc Snetberger, Nomad: Childhood
    Lou Reed: Walk on the Wildside/ The Gun
    Wagner, Die Walküre: Vorspiel, Georg Solti, 1967
    Widor, Orgelsinfonie Nr. 5: Toccata, Simon Preston (Westminster)
    Orff, Carmina Burana: In taberna
    Schubert, Schwanengesang: Kriegers Ahnung, Thomas Quasthoff
    Schubert, Schöne Müllerin: Der Jäger, Peter Schreier plus Gitarre
    Calmus Ensemble, Hush no more von der CD Touched.

    Das letzte Stück meint Chris mit der "überpräsenten" Aufnahme.

    Alle Titel im 44,1-Format, aiff,
    Abspielsoftware Roon plus HQ-Player

    Gruß!
    Rainer
    Geändert von Eusebius (11.07.2018 um 17:02 Uhr)

  7. #7
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    Hallo Chris,

    Deinem Bericht habe ich außer der Tatsache, dass ich die 3 Basis 14 noch nicht bei Rainer gehört habe, nichts hinzuzufügen.

    Bei meinem letzten Besuch bei Rainer waren Ruck zuck fünf Stunden um.

    Rainer, Du bist halt ein großer Perfektionist und außerdem ein klasse Typ.
    Gruß

    Matthias

  8. #8
    Hallo Matthias!
    Danke für die Blumen!
    Dieser dritte Bass (und die Zeilenanordnung der drei Basis 14k/p) sind ein Phänomen.
    Da kommt etwas hinzu, was vorher nicht da war.
    In der Physik spricht man von einer "kritischen Masse", die überschritten werden muss, damit etwas passiert.
    Die Dreier-Bass-Säule überschreitet diese Grenze.
    Da ist nun ein Größe - fast möchte ich sagen: Erhabenheit - im Klang, die ich noch nicht kannte.
    Das ist faszinierend.
    Insofern hat sich seit deinem Besuch noch einiges getan.

    Gruß!
    Rainer

    PS: Ich habe mal die Membranfläche überschlagen - und zwar den effektiven (!) Membrandurchmesser von Außenrand Sicke zu Außenrand Sicke. Mehr kann sich ja nicht bewegen.
    Bei den Basis 14k/p sind das wie bei der 901k knapp 37 cm (nicht die angegebenen 40 cm!). Damit kommt die Dreiersäule auf rund 3200 cm2 Membranfläche.
    Das ist deutlich mehr als z.B. alle 12 Bässe der beiden Bass-Säulen der legendären Infinity RS 1B zusammen. Deren 12 Chassis kamen jeweils nur auf effektive 17 cm Membrandurchmesser.
    Macht in Summe 2724 cm2.
    Da wird schon klar, woher die Souveränität kommt.

    Geändert von Eusebius (12.07.2018 um 22:54 Uhr)

  9. #9
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    Hallo Rainer,

    gerne, vielleicht ergibt sich ja mal wieder ein Treffen um den dritten Basis und die von Dir beschrieben Fortschritte zu erleben.

    Deine Ausführungen zum Thema Membranfläche kann ich nachvollziehen, ich hatte vor Jahren mit der Infinity Beta ähnliche Erfahrungen gemacht, wie Du sie beschreibst.

    Die hatte anders als die RS 1B jeweils 4 30 Zentimeter Chassis pro Turm.

    Richtig groß war dann die IRS hier: http://www.infinity-classics.de/mode.../index-IRS.htm
    Leider konnte ich sie nie live sehen, geschweige denn hören.
    Gruß

    Matthias

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Stefan
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    Beim Rainer bewegt es sich stetig immer mehr in Richtung Linienschallwandler.
    Die Vorteile dieser Konstruktionen liegen für mich schon ganz lange auf der Hand........ Betreibe da ja bereits etwas länger eine solches Modell.............


    Viele Grüße,
    Stefan

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